Horst Seehofer hat nun das formal angekündigt, was eigentlich seit längerem klar war. Er tritt zur Landtagswahl 2018 wieder als Spitzenkandidat der CSU an, möchte bayerischer Ministerpräsident bleiben. Bei der Gelegenheit wurde auch verkündet, dass der derzeitige bayerische Innenminister, Joachim Herrmann, offenbar als CSU-Spitzenmann nach der Bundestagswahl in diesem Jahr nach Berlin wechseln soll.

Über die Gründe wird viel gemutmaßt. Sei es nun aber Machttaktik, die Vermeidung von Diadochen-Kämpfen oder dass Seehofer sein Lebenswerk in Gefahr sieht – eines wird durch diese Personalien ganz offenbar: Generationenwechsel sieht anders aus, die CSU hat ein Personal- und insbesondere ein Nachwuchsproblem.

Herrmann soll offenbar die blamable CSU-Bilanz in Berlin vergessen machen. Von den drei Ministern hinterlässt nur Alexander Dobrindt Spuren – als „Dilettant von der Maut-Stelle“. Zu „Schmidt“ und „Müller“ dürfte kaum jemand etwas einfallen und Landesgruppenchefin Hasselfeldt fiel nur mit ihrer Nibelungentreue zur Kanzlerin und dem Fehlen jeglicher bayerischer Perspektive auf. Wie verzweifelt die Lage gerade in Berlin ist, merkt man daran, dass man sogar über ein Recyceln von zu Guttenberg nachdenkt.

Zur aus bayerischer Perspektive erheblich wichtigeren Personalie „Seehofer“ bemerkte der Bayernpartei-Vorsitzende Florian Weber: „Das sind keine guten Nachrichten für Bayern. Die Ära der bleiernen Beliebigkeit, die Ära des Androhens und Ankündigens ohne jede Konsequenz, die Ära der abrupten Kurwechsel geht in die Verlängerung. Dass dabei auch noch Stück um Stück bayerischer Rest-Staatlichkeit geopfert wird, setzt dem Ganzen die Krone auf.“

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