Strahlend wie die Honigkuchenpferde haben Horst Seehofer und seine Chefin das gemeinsame Wahlprogramm von CDU und CSU präsentiert. Der bayerische Ministerpräsident lobte ausdrücklich die Zusammenarbeit und stellte fest, es gebe nicht den Hauch einer Differenz. Hätte man die letzten ein, zwei Monate ohne Zugang zu Medien verbracht, würde man sich verwundert die Augen reiben: Noch vor wenigen Wochen drohte die CSU damit, keine Plakate mit Merkels Konterfei aufzustellen.

Das Wahlprogramm an sich ist wie gewohnt Politik aus der Wellness-Oase – für jeden ein bisschen was dabei: 15 Milliarden Steuerentlastungen, „schnellstmögliche“ (was immer das heißen mag) Abschaffung des Solidaritätszuschlages, 15.000 neue Polizisten (nachdem die Union an der Ausdünnung der Polizei vorher federführend beteiligt war), und und und. Was davon zu halten ist, zeigt die Vergangenheit, nämlich nichts. Entscheidungen trifft Frau Merkel im Zweifel im kleinsten Kreise und verkündet sie in Talkshows. Und die ganze Union kuscht, nur manchmal leise murrend.

Und die Anliegen der CSU? Beispielsweise die lang umstrittene Obergrenze bei der Zuwanderung? Oder generell bayerische Themen? Werden in einem „Bayernplan“ nachgeschoben. Und hier zeigt die Vergangenheit, wie etwa das jahrelange Herum-Pfuschen an der PKW-Maut, dass davon noch weniger zu halten ist. Die Bayernpartei empfiehlt den „Bayernplan“ auf weiches, dreilagiges Papier zu drucken, die Exemplare auf Papprollen zu wickeln und gratis zu verteilen. Dann hätte die Bayerische Bevölkerung sogar etwas davon.

Der Bayernpartei-Vorsitzende Florian Weber hierzu: „Das ganze gespenstische Schauspiel zeigt vor allem eines- eigenständige bayerische Politik ist von der CSU nicht zu erwarten. Der hier beschworene „Geist der Einigkeit“ ist doch nichts anderes als Unterwürfigkeit und Machterhalt um jeden Preis. Aber zumindest eines wird jetzt sogar von den Christsozialen offen kommuniziert: Wer CSU wählt, bekommt Merkel. Aber sicher nicht eine Vertretung bayerischer Interessen und Anliegen.“

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