Der König ist tot – es lebe der König! So hätte es der designierte bayerische Ministerpräsident Söder wohl gern gehabt. Nun ist Bayern keine Monarchie mehr, deswegen muss auch die Krönungsmesse ausfallen. Es gibt nur eine vergleichsweise nüchterne Ministerpräsidenten-Wahl.

Weil aber der jetzige Ministerpräsident Seehofer am 13. März offiziell zurücktritt, würde Söder erst bei der nächsten regulären Sitzung des bayerischen Landtags am 14. März gewählt. Da ist aber schon Merkel-Wahl und Neues-Kabinett-Vereidigen in Berlin. Keine Krönungsmesse, keine pompöse Amtseinführung und die Aufmerksamkeit auf Berlin bieten Söder und seiner CSU offensichtlich zu wenig Lametta. Der Termin soll deshalb verlegt werden.

Der Vorsitzende der Bayernpartei, Florian Weber, kommentierte: „Offenbar beginnt die CSU wieder verstärkt, Bayern als ihren Erbhof zu betrachten und den Landtag nur mehr als Bühne für ihre Wahlkampf-Auftritte zu sehen. Ein vergleichbares Engagement würde man sich bei der Verteidigung bayerischer Interessen wünschen. Der Staat bin ich – die Zeiten sollten doch vorbei sein. Im Herbst hat jedenfalls die bayerische Bevölkerung Gelegenheit, ihre Meinung darüber an der Wahlurne kundzutun.“

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