Der krankheitsbedingte Rückzug des Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering, hat eine große Rochade innerhalb der von der SPD besetzten Posten ausgelöst. Nachfolgerin von Herrn Sellering wird die bisherige Familienministerin Manuela Schwesig, der wiederum die bisherige SPD-Generalsekretärin Katarina Barley nachfolgt. Das Amt des Generalsekretärs übernimmt dafür der bisherige stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Hubertus Heil.

Das erinnert etwas an die Umschichtungen, die die SPD vornahm, als sie (damals voller Hoffnung) versuchte, den Schulz-Zug auf die Gleise zu setzen. EU-Parlamentspräsident Schulz wurde SPD-Vorsitzender, Wirtschaftsminister Gabriel wurde Außenminister und die frühere Justizministerin Zypries folgte Gabriel im Wirtschaftsministerium nach.

Bemerkenswert ist, dass offenbar der gemeine SPD-Spitzenfunktionär völlig universell einsetzbar ist. Es wird munter zwischen europäischer, Bundes- und Landesebene und im Bedarfsfall zurück gewechselt. Gleiches gilt für parlamentarische, Partei- und Staatsämter.

Der Vorsitzende der Bayernpartei, Florian Weber, kommentierte: „Natürlich ist der Anlass dieser letzten SPD-Rochade ein trauriger und wir wünschen Herrn Sellering von ganzem Herzen gute Genesung. Und doch zeigt sich, dass das geflügelt gewordene Wort vom Staat, den sich die Parteien zur Beute machen, nicht ganz aus der Luft gegriffen ist. Öffentliche Ämter werden hier wie Erbhöfe verteilt und neu verteilt, allem Anschein nach werden Personalien in kleinen Runden ausgekungelt, Kompetenz spielt bei der Besetzung von Ministerien eine sehr untergeordnete Rolle. Entweder ist die Personaldecke der etablierten Politik sehr dünn oder diese kommen Leute aus einem Paralleluniversum der Universal-Genies. Ich befürchte, dass sie letzteres ernsthaft glauben, dabei wäre in meinen Augen eher Demut erforderlich, auch um der wachsenden Politikverdrossenheit entgegen zu wirken.“

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