Sie haben sie für sich entdeckt, die „hart arbeitenden Menschen“. „Sie“, das sind Neu-Kanzlerkandidat und Umfragen-Kurzzeit-König Martin Schulz und seine SPD, die sich jetzt wieder die „soziale Gerechtigkeit“ auf die Fahne schreiben. SPD-Generalsekretärin Katarina Barley etwa forderte eine gesetzliche Begrenzung von Manager-Gehältern, Boni und Abfindungen.

Da passt es natürlich nicht so gut, dass die ehemalige SPD-Ministerin und VW-Kurzzeit-Vorstand (ironischer weise für „Integrität und Recht“) Christine Hohmann-Dennhardt für 13 Monate Dienstzeit 12 Millionen Euro Abfindung bekam. Dieser Abfindung hat übrigens die im Aufsichtsrat von VW sitzende SPD-Regierung von Niedersachsen unter Ministerpräsident Weil zugestimmt.

Zwar ist Herr Schulz halbherzig auf Distanz zu Hohmann-Dennhartdt gegangen, aber auch er steht unter Druck. Denn Schulz bezog zu seiner Zeit als EU-Parlamentspräsident neben einem Gehalt von 8.252,00 Euro monatlich im Zeitraum von 2012 bis 2014 steuerfreie Pauschalen von insgesamt etwa 111.000,00 Euro. Diese Pauschalen werden normalerweise gezahlt, wenn ein Parlamentarier an Sitzungen des EU-Parlaments teilnimmt – bis auf den Parlamentspräsidenten. Der bekommt sie an 365 Tagen im Jahr, weil er ja das EU-Parlament „immer“ vertritt – offenbar auch an Weihnachten. Nach 2014 hat Schulz dann angeblich auf die Pauschalen verzichtet, wobei dies laut Presse nicht belegt ist.

Der Bayernpartei-Vorsitzende Florian Weber hierzu: „Man kann sich schon fragen, wie oft die SPD die ausgelutschte „Ballade vom Wasser und Wein“ noch zur Aufführung bringen will. Den Kontakt zu den Menschen, die sie vorgeben zu vertreten – also die „hart arbeitenden“ – haben die Profi-Genossen doch längst verloren. Ihr Lebenslauf hat mit vielem zu tun, aber in aller Regel nicht mit dem, was allgemein als „harte Arbeit“ verstanden wird. Wie man übrigens auch an den mitunter desaströsen Wahlergebnissen sehen kann. Da sollte man sich auch von den jetzt kurzfristig guten Umfragen nicht täuschen lassen.“

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