Die Ereignisse der Silvesternacht in Köln haben ein bezeichnendes Bild auf die Debattenkultur in dieser Republik geworfen. Die Ereignisse sind sattsam bekannt, es soll an dieser Stelle nur um die Reaktionen auf dieses Versagen des angeblich doch so sicheren Rechtsstaates gehen. Und um das Menschenbild, das Politik und Medien vom so oft beschworenen „mündigen Bürger“ haben.

Zuerst wurde versucht, die Sache einfach totzuschweigen. Es dauerte bis zum 4. Januar bis die großen, überregionalen Medien auf die Vorfälle reagierten und dann auch nur sehr vage und vorsichtig. Bis dahin wurde den neuesten Ergüssen des Vielleicht-einmal-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump oder der aktuellen Besetzung des Dschungelcamps viel Platz eingeräumt.

Nun ist das“ Verschweigen“ in Zeiten von Internet und entsprechender sozialer Medien meist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Nichtsdestotrotz wird es offenbar versucht, vor allem wenn die Meldungen nicht ins festgefügte Weltbild der Journaille passen. Und dies ist ganz offenbar der Fall, wenn die Täter – wie in Köln – asylsuchende junge Männer sind, wie dies auch die Polizei bestätigt hat. Es handelt sich im Übrigen um kein bundesdeutsches Phänomen, auch in Schweden und Großbritannien sind ähnlich gelagerte Fälle des „Verschweigens“ bekannt geworden.
Und es handelt sich auch um kein reines Problem der Presse. Die Politik ist maßgeblich an der „Verschweige-Kultur“ beteiligt, etwa wenn die Polizei die Anweisung erhält, bestimmte Sachverhalte wie etwa die Nationalität von Tätern nicht mehr zu erfassen.

Nachdem das „Verschweigen“ nicht geklappt hat, versuchte man es mit „Relativieren“. So erklärte Claudia Roth, dass es auch beim Oktoberfest oder beim Karneval zu Übergriffen komme und ein grüner Parteikollege erklärte, jeder Mann sei schließlich ein potentieller Vergewaltiger. Oder kurz gesagt, dies alles sein ein „Männerproblem“.

Und aus der Presse kamen Durchhalteparolen; man dürfe wegen dieser Einzelfälle nun auf keinen Fall vom eigeschlagenen Kurs abweichen, man könnte sonst Freiheiten verlieren oder überhaupt die offene Gesellschaft sei in Gefahr. Die Frage muss erlaubt sein von welchen Freiheiten im Angesicht der Ereignisse da fabuliert wird und auch über die Ausgestaltung einer solchen offenen Gesellschaft kann man geteilter Meinung sein.

Das Ganze gipfelte dann in der Empfehlung der Kölner Oberbürgermeisterin, Frauen sollten doch eine „Armlänge Abstand“ zu Fremden halten.
Verschweigen, Relativieren, Durchhalteparolen: Dieses Verhalten erinnert immer mehr an das Gebaren der DDR-Oberen am Ende ihres Staates. Beinahe sieht man Erich Honecker vor sich, wie er mit brüchiger Stimme verkündet „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“:
Die Bayernpartei lehnt vor allem das hinter solchem Verhalten steckende Menschenbild strikt ab. Für uns sind die Menschen mündige Bürger, keine Kinder, denen man unbequeme Wahrheiten verschweigen und die man auch mal zu ihrem Glück zwingen muss. Die politische Korrektheit hat sich wie Mehltau über die Debattenkultur hierzulande gelegt. Dabei ist die offene Diskussion, die angstfreie Meinungsäußerung ein Grundpfeiler der Demokratie. Das aktuelle poltische Personal hat es sich aber in seiner alternativlosen, politisch korrekten „Kuschelecke“ viel zu bequem und viel zu gut dotiert eingerichtet, von denen eine Änderung zu erwarten, ist reine Illusion.

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