In den vergangenen Tagen befand sich die Bundesrepublik im Karl-Marx-Fieber. Wohlmeinend bis euphorisch berichteten die Feuilletons darüber, welch ein intellektueller Gewinn es doch sei, Marx zu lesen. Als Höhepunkt dann die Enthüllung einer über 5 Meter hohen Statue im rheinland-pfälzischen Trier – ein Geschenk der Volksrepublik China. Vom ganzen Merchandise, das man anlässlich des 200. Geburtstags des „Philosophen“ und „Visionärs“ auf den Markt warf, ganz zu schweigen.

Für die Bayernpartei ist dieser ganze Trubel völlig unverständlich und bisweilen abstoßend. Auf Marx beriefen sich Regierungen und Bewegungen, die insgesamt mehr als 100 Millionen Tote auf dem Gewissen haben. Auch ein Geschenk von einem Staat anzunehmen, der jährlich mehr als 1000 Menschen hinrichtet, ist geradezu obszön.

Der Bayernpartei-Vorsitzende Florian Weber kommentierte: „Man sieht mal wieder: Die Presse ist auf dem linken Auge blind. Da werden einerseits harmlose, (vermeintlich) sexistische Gedichte von Hochschulwänden entfernt, andererseits Menschen heroisiert, deren Denken zum Tod von Millionen von Menschen führte. Dabei ähnelt sich rechts- und linksextremistisches Gedankengut in zentralen Punkten: Eine Übereinstimmung ist die Sehnsucht nach einem neuen, idealisierten Menschen. Eine weitere Übereinstimmung ist die Überzeugung, es sei in Ordnung, auf der Suche nach diesem neuen Menschen über Leichen zu gehen.

Für den einen oder anderen Politiker oder Feuilletonisten mit entsprechenden „Jugendsünden“ mag dahinter Nostalgie oder nachgeholte Rechtfertigung stehen. Frei nach dem ur-deutschen Motto, dass ja nicht alles schlecht gewesen sein kann.

Bei all den Feierlichkeiten traten die Verbrechen im Namen des Marxismus oder auch die antisemitischen Ausfälle von Marx zu Unrecht in den Hintergrund, wurden allenfalls in einem Nebensatz erwähnt. Meiner Meinung nach muss endlich Schluss sein mit einer derartigen Verharmlosung oder gar der Ansicht, das alles sei eine großartige Ideen und beim nächsten Versuch wird das dann schon klappen. Derartige „Experimente“ enden bestenfalls mit der Pleite, schlimmstenfalls mit dem Gulag.“

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