Seit 10 Jahre ist sie an Schulen und Behörden gültig, die Rechtschreibreform. Seitdem schreiben wir „dass“ statt „daß“ und alles ist besser? Nein, natürlich nicht.

Mit-federführend bei dieser „Reform“ war der damalige CSU-Kultusminister Hans Zehetmaier. Zwar geriert sich die CSU seit Jahrzehnten als Gralshüter der bayerischen Bildung. Dies ist aber nur noch Konkursverwaltung. In Wahrheit gilt im Bildungsbereich seit Jahrzehnten: Wo außen CSU draufsteht, ist Debakel drinnen. Nicht anders bei der ideologiegetriebenen Rechtschreibreform. Diese hat zwar Milliarden gekostet, wurde zudem gegen den überwältigenden Mehrheitswillen der Bevölkerung durch die Institutionen geprügelt, hat aber keine Verbesserungen, etwa beim Erlernen des Schreibens, gebracht.

Die Fehlerquoten in der Schule steigen, haben sich nach glaubhaften Aussagen verdoppelt. Nicht anders die Klagen von Ausbildungsbetrieben. Bewerbungen sind gespickt mit Fehlern, im Betriebsablauf können die Betriebe neben ihrer eigentlichen Aufgabe den Deutschunterricht nachholen. Viele Schriftsteller verweigern sich der neuen Rechtschreibung, verhindern, dass ihre Werke angepasst werden. Manche Zeitungen, wie etwa die FAZ, benutzen eine eigene, private Rechtschreibung. Alles in allem bleibt der Eindruck, dass ein einziges Durcheinander herrscht.

Seit 2004 murkst auch ein „Rat für deutsche Rechtschreibung“ an der Reform herum. Zugegeben, ein paar der schlimmsten Auswüchse hat er aufgehoben. Den Mut aber, dem ganzen Reform-Machwerk seinen gebührenden Platz, nämlich den Mülleimer, zuzuweisen und anzuregen, die Beteiligten mit ihrem Vermögen zur Kasse zu bitten, diesen Mut hat er natürlich nicht gehabt. Verständlich, ist eben jener erwähnte ehemalige bayerische Kultusminister ja bis heute der Vorsitzende dieses „Rates“.

Man sollte bei der CSU anfragen, ob sie dieses Jubiläum denn begehen will. Und bei der Gelegenheit könnte man sich gleich erkundigen, wie es denn mit der Pflege des Bairischen oder des Fränkischen aussieht. Aufgrund der Erfahrungen ist kann man hier nur Pessimist sein.

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