Nadine_Holzner_gross

Die CSU Ebersberg hat wieder einmal gegen die Bayernpartei geschossen. Nach den Angriffen des damaligen Kreisvorsitzenden Thomas Huber, die vor fast genau einem Jahr viel Häme in der Presselandschaft ausgelöst haben, traute sich diesmal der Hohenlindener zweite Bürgermeister Thomas Riedl. Was man als lokalpolitische Streiterei abtun könnte, ist doch bezeichnend für den ganzen Freistaat, meint Nadine Holzner, Kreistagskandidatin der BP Ebersberg. Das Politikmagazin “Freies Bayern” sprach mit ihr über die Kommunalwahlen und über das Verhältnis zwischen CSU und Bayernpartei.

Frau Holzner, die Bayernpartei tritt in Ebersberg zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder zum Kreistag an. Nach den 5,1 % der Erststimmen bei der Bezirkstagswahl sind die Erwartungen sicher hoch. Wie läuft der Wahlkampf?

Durch und durch vielversprechend! Dank der unermüdlichen ehrenamtlichen Anstrengungen unserer Mitglieder im Kreisverband Ebersberg, die fleißig plakatiert und für unsere weiß-blaue Politik im Landkreis geworben haben, sehen wir den kommenden Wahlen sehr zuversichtlich entgegen. Und damit stehen wir nicht allein da. Ob Weilheim-Schongau, Kelheim, Landshut, Miesbach oder Kitzingen: Immer mehr Bürger wünschen sich neuen, frischen und vor allem tatkräftigen Wind in der Kommunalpolitik und ich bin mir sicher, dass sie sich am Sonntag zur richtigen Farbe bekennen werden.

Offensichtlich läuft es einigen zu gut. Im elegant betitelten Wahlkampfheft “Die Dorfzeitung vom CSU-Ortsverband Hohenlinden” wirft der CSU-Bürgermeister Thomas Riedl der BP eine “unerträgliche Bayerntümelei” vor.

Das hat sicher seine Gründe: 18,9 % der Erststimmen bei der Landtagswahl in Hohenlinden entfielen auf die BP – ein Alarmsignal für die CSU. Ein solch großer Zuspruch für die Bayernpartei kann natürlich nicht jedem politischen Opponenten in den Kram passen. Besonders, da die CSU ja gerne meint, sie habe “das Bayerische” patentiert. Je mehr das Bayerischsein der CSU bei der politischen Rhetorik endet, desto mehr braucht es die Bayernpartei. Es gibt einfach zahlreiche Bürger im Freistaat, die ihre Interessen mit mehr weiß-blauem Rückgrat vertreten sehen wollen – und wenden sich daher der Bayernpartei zu, die keine große schwarze Schwester hat, nach deren Wind sie ihr Fähnchen richten muss.

Anstatt sich mit den Schwächen der eigenen Partei auseinanderzusetzen, attackieren manche Herrschaften jedoch lieber die Bayernpartei und versuchen sogar, ihr ihre Heimatverbundenheit vorzuwerfen. Aber das stört uns recht wenig: Wir sind Bayern, wir sind stolz auf Bayern und wir wollen uns für Bayern einsetzen. Wenn uns die CSU daraus einen Strick drehen will, dann zieht der Wähler hoffentlich seine Schlüsse draus.

Ein weiterer Vorwurf: BP-Funktionäre seien nicht zu CSU-Veranstaltungen gekommen, bei denen es um bayerische Traditionen gegangen ist.

Ja, das hätte Herr Riedl wohl gern – er schnipst mit dem Finger und die Politprominenz kommt gerannt. Hier wird’s doch langsam lächerlich. Bei wie vielen BP-Veranstaltungen, sei es nun zur Energiewende oder zu “140 Jahre Bayern unter der Pickelhaube”, war denn eine CSU-Delegation vor Ort? Nur kämen wir eben nie darauf, hier die Anwesenheit der “Konkurrenz” einzufordern. Wenn mangelndes Interesse für CSU-Propaganda alles ist, was er uns vorwerfen will – dann bekennen wir uns gerne schuldig.

Die Bayernpartei habe “mit Bayerischen Werten und Kultur so viel zu tun wie der Musikantenstadl mit bayerischer Musik”. Ihr Kommentar?

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch an Herrn Riedl, dass er den Spruch vom Politischen Aschermittwoch der Bayernpartei aus dem Jahr 1983 – damals natürlich über die CSU – recyclet hat. Daran merkt man, wie sehr ihm doch die Tradition nahe steht.

Es wäre mal ganz interessant, was er unter bayerischen Werten versteht: Genmais? Überwachungsstaat? Korruption? Filz? Den Ausverkauf bayerischer Interessen? Die Anbiederung an den Bund? Dann muss er ja gerade wahnsinnig stolz auf seine CSU sein.

Im gesamten Wahlheft wird keine andere Partei kritisiert oder überhaupt namentlich genannt – nur die Bayernpartei. Wie kommt’s?

Offenbar ist die Bayernpartei auf kommunalpolitischer Ebene der Hauptgegner der CSU. Selbst die eigenen Mitglieder der CSU werden sich zunehmend der Tatsache bewusst, dass ihre Partei das Bayerische immer mehr vernachlässigt, und versuchen sturköpfig, ihre Machtposition zu verteidigen. Und dabei ist Hohenlinden kein Einzelfall. In ganz Bayern werden die CSU-ler immer nervöser, weil die Bayernpartei wieder eine ernstzunehmende Kraft ist. Am kommenden Sonntag werden im ganzen Freistaat zahlreiche Mandate auf die BP-Kandidaten entfallen. Viele CSU-ler versuchen weiterhin, uns totzuschweigen, während andere uns offen angreifen. Ganz so plump wie Herr Riedl sind natürlich die wenigsten seiner Parteifreunde.

Sind Sie auch unserer Meinung?
Dann engagieren Sie sich für Bayern und werden Sie Mitglied der BP!

Hier geht's zum Online-Mitgliedsantrag.