Das renommierte Meinungsforschungsinstitut GMS hat eine Umfrage zur politischen Stimmung vor der bayerischen Landtagswahl veröffentlicht. Das Politikmagazin “Freies Bayern” sprach mit dem Vorsitzenden der Bayernpartei, Florian Weber, darüber.

Herr Weber, wie zufrieden sind Sie mit den neuesten Zahlen vom Umfrageinstitut GMS?

Wir können sehr zufrieden sein. Das Ergebnis bestätigt unseren bisherigen Kurs sehr deutlich. Die eine oder andere Zahl hätten wir uns schon noch etwas positiver vorgestellt, aber insgesamt liegt die Bayernpartei wirklich sehr gut im Rennen.

Vor knapp zwei Jahren haben Sie eine FORSA-Studie analysiert. Wie haben sich die Zahlen verändert?

Unmittelbar kann man die beiden Studien nicht vergleichen. Schon eine kleine Änderung in der Fragestellung kann sich drastisch auf die Ergebnisse auswirken. Aber 2011 konnten sich 18 % theoretisch vorstellen, uns zu wählen. Von einer echten Stimmabgabe ist das natürlich noch ganz weit weg.

GMS-VergleichDieses Mal wurde gefragt, ob eine Wahl der BP “in Betracht kommt”. Nun haben immerhin 19 % der Befragten mit “ganz bestimmt” oder “unter Umständen” geantwortet. Um mal einen Vergleich zu haben: Bei der Frage liegen die Freien Wähler mit 21 % ganz in unserer Liga, die FDP dagegen nur bei 15 % – was diese Parteien uns noch voraus haben, sind die Stammwähler.

Wurde auch nach der konkreten Wahlabsicht gefragt?

Ja, auch das wurde untersucht und die Ergebnisse der einzelnen analysierten Gruppen waren wirklich erstaunlich. Wenn 4,4 % der Niederbayern und Oberpfälzer angeben, dass sie die BP wählen würden, dann ist das ein großer Schritt nach vorne. 4,8 % der befragten Jungwähler bis 25 Jahre wollen uns wählen.

Dass die jüngeren Bayern eher der BP zugeneigt sind, dürfte Sie ja nicht überrascht haben.

Nein, im Prinzip nicht. Alle Wahlanalysen haben gezeigt, dass wir bei den jüngeren Bürgern sehr gut ankommen. Aber dieser Wert ist ja schon außergewöhnlich hoch.

Noch mehr überrascht hat mich freilich, dass der “weiteste Wählerkreis” für die Bayernpartei in Franken nochmal um ungefähr ein Drittel höher ist als in Niederbayern und der Oberpfalz. Natürlich leisten wir auch in Franken gute Arbeit – unsere Bezirksvorsitzenden Uwe Hartmann, Thomas Dotzler und Wenzel Cerveny haben hier Strukturen aufgebaut, von denen wir bei den letzten Landtagswahlen nur träumen konnten. Das hat sich ja darin geäußert, dass wir zum ersten Mal seit fast fünf Jahrzehnten wieder flächendeckend in ganz Bayern mit Direkt- und Listenkandidaten antreten. Aber diese hohe Resonanz ist schon sehr erfreulich.

Dann können Sie schon die Büros im Maximilianeum ausmessen?

(lacht) Größenwahnsinnig will ich bestimmt nicht werden. Wir bleiben am Boden, denn zum einen ist das keine konkrete Prognose oder Hochrechnung, sondern eine politische Stimmung. Die tatsächliche Stimmenzahl ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Es kann sein, dass wir nächsten Sonntag niedriger oder auch höher liegen. Im übrigen müsste man noch mehr Bürger in diesen Gruppen befragen, um ein definitives Ergebnis zu bekommen.

Wir arbeiten weiter, bei dieser Wahl ist uns bisher nichts geschenkt worden und darum müssen wir bis zum 15. September weiter um jede Stimme kämpfen.

BP-PlakatreiheWo sind die Ergebnisse denn aus Ihrer Sicht enttäuschend?

Wirklich “enttäuschend” finde ich keines der Einzelergebnisse. Aber in den Großstädten, das muss man sagen, haben wir noch etwas Nachholbedarf. Es ist nicht dramatisch schlechter als im Landesdurchschnitt, aber die Bürger in Städten über 100.000 Einwohner sind uns einfach nicht ganz so zugeneigt. Dazu muss man aber wissen, dass wir in Augsburg, München und Nürnberg noch einmal massive Plakatierungsaktionen gestartet haben, die zum Zeitpunkt der Befragung gerade erst begonnen hatten. Ich bin zuversichtlich, dass wir hier noch Boden gut machen.

Haben Sie keine Angst, dass viele Sympathisanten meinen, die Stimme könnte verloren sein, wenn die BP unter der Fünf-Prozent-Hürde bleibt?

Manche glauben das natürlich. Das erlebt man auch immer wieder am Infostand. Viele Sympathisanten, so hoffe ich, werden aber anhand dieser Umfrage sehen, dass sie als BP-Wähler nicht mehr allein sind. Wir merken es doch in unserer täglichen politischen Arbeit, dass sich weite Teile der bayerischen Bevölkerung von den bisherigen Parteien abgewandt haben.

Als Referenzwert wurde auch gefragt, wie sich die Wähler verhalten würden, wenn wir ganz sicher in den nächsten Landtag kämen: “Angenommen, es wäre ganz sicher, dass die Bayernpartei nach der Landtagswahl am 15. September in den Landtag einzieht: Wie wahrscheinlich wäre es, dass Sie dann die Bayernpartei wählen würden? Wäre das ganz bestimmt, sehr wahrscheinlich, wahrscheinlich, weniger wahrscheinlich oder unwahrscheinlich?”

Das Ergebnis hat mich wirklich erstaunt: 5 % waren für “ganz bestimmt” und “sehr wahrscheinlich”, 15 % für “wahrscheinlich” und 21 % für “weniger wahrscheinlich”. Diejenigen, die sich für die Antwort “wahrscheinlich” entschieden haben, darf man zwar nicht überbewerten, aber uns würden ja schon die Prozente für “ganz bestimmt” und “sehr wahrscheinlich” für den Landtagseinzug reichen.

Weiß-Blau_stattDie Bayernpartei käme also sicher in den Landtag, wenn die Leute vorher schon wüssten, dass die Bayernpartei sicher in den Landtag kommt?

So kann man das wohl vermuten. Das ist ein – sicher gewolltes – Paradoxon der Fünf-Prozent-Hürde. Eines ist jedenfalls ganz sicher: Eine Stimme für die Bayernpartei ist nicht verloren. Wer nur das kleinere Übel unter den “großen” Parteien wählt, wird sich sehr bald über sich selbst ärgern. Wer dagegen die Kandidaten der Bayernpartei am 15. September ankreuzt, gibt damit eine Stimme für Bayern und für bayerische Interessen ab.

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