Abgaben2Dass jeder Bayer pro Monat über 200 Euro an die anderen Bundesländer zahlt, ist mittlerweile allgemein bekannt. Aber für viele Bürger ist das nur eine theoretische oder statistische Zahl. Aus diesem Grund wollen wir heute einmal kurz erläutern, auf welche Weise jeder Bayer Tag für Tag und ganz persönlich die Bundesrepublik finanziert.

Nehmen wir einen alleinstehenden Arbeitnehmer mit 3 000 Euro Bruttomonatsgehalt. Im Jahr 2012 musste sein Arbeitgeber auf diesen Lohn noch ca. 660 Euro als seinen Anteil zur Sozialversicherung drauflegen. Das Gesamt-Arbeitnehmerentgelt (“brutto-brutto”) betrug somit 3 660 Euro.

Bayerns Steuern fließen nicht nach Bayern zurück

An Einkommensteuer fallen 631,25 Euro an. Hiervon fließen zunächst 15 % an die Gemeinden, den Rest teilen sich Bund und Land.

Nun erhält der Bundeshaushalt also auf der Einnahmenseite 268 Euro aus Bayern. Dementsprechend wäre es gerecht, wenn genau diese 268 Euro auch wieder in Bayern für Sozialleistungen, Autobahnen, Forschungseinrichtungen und andere Bundesaufgaben ausgegeben würden. Tatsächlich werden jedoch nur 58 % der in Bayern erwirtschafteten Haushaltsmittel (egal, ob aus der Einkommen- oder einer anderen Steuer) in Bayern ausgegeben. Die restlichen 42 % werden an andere Länder verteilt. So kann es dann eben passieren, dass eines dieser Bundesländer z. B. 120 % seiner Steuern als Investitionen zurückbekommt, wohingegen es im Freistaat eben nur 58 % sind. Es fließen in diesem Beispiel somit nur ca. 155 Euro wieder nach Bayern zurück. Die restlichen 113 Euro werden dagegen woanders verwendet.

Aber auch mit den 268 Euro, die der Freistaat erhält, wird er nicht ganz allein glücklich. Zwar fließt dieses Geld in den bayerischen Staatshaushalt, aus diesem muss aber auch der Länderfinanzausgleich bezahlt werden. Nur auf unseren Steuerpflichtigen entfallen so rechnerisch ca. 49 Euro.

Zur Einkommensteuer kommt noch der allseits beliebte Solidaritätszuschlag hinzu. Dieser beträgt hier knappe 35 Euro und fließt allein an den Bund. Er wird aber nicht, wie oft behauptet, für den Aufbau Ost verwendet. Tatsächlich handelt es sich um eine ganz normale Steuer, die wiederum zu 58 % nach Bayern zurückfließt. Die anderen Länder freuen sich aber immerhin über weitere 14,58 Euro aus einem bayerischen Geldbeutel.

Über die Verwendung von ggf. 65 Euro Kirchensteuer muss sich die Politik dagegen keine großen Gedanken machen.

Auch bei Sozialabgaben findet Umverteilung statt

Außer Steuern muss unser Arbeitnehmer auch noch Sozialabgaben zahlen. Davon gehen 531 Euro an die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung weg. Da die Bayern hierbei mehr einzahlen als bekommen, werden gut 51 Euro davon nicht für medizinische Leistungen in Bayern, sondern in anderen Bundesländern verwendet.

Weitere 90 Euro gehen an die Arbeitslosenversicherung. Da die Zahl der Beschäftigungslosen in Bayern deutlich niedriger ist als in den anderen Ländern, werden nur 55 % davon im Freistaat verwendet. 40,50 Euro subventionieren dagegen die Arbeitslosigkeit im restlichen Bundesgebiet.

588 Euro fließen in die Rentenversicherung. Da sich hier Ein- und Auszahlungen direkt gegenüberstehen, findet kein Abfluss nach Deutschland statt und der Arbeitnehmer arbeitet tatsächlich für sich selbst. Weitere 72 Euro werden für verschiedene kleinere Arbeitgeberumlagen aufgewendet, womit ebenfalls keine nennenswerte Transferfunktion verbunden ist.

Hohe Staatsquote bei Ausgaben rund ums Auto

Unser Beispielbürger hat natürlich auch ein Auto. Das kostet Kfz-Steuer und auf die Versicherung fällt Versicherungssteuer an – zusammen 22,35 Euro im Monat an den Bund und 9,39 Euro davon an Rest-Deutschland. Das Fahrzeug braucht circa 120 Liter Benzin im Monat. Das kostet netto nur ungefähr 84 Euro – bis der Staat sich einmischt. Der will nämlich ungefähr 110 Euro Steuern, darunter auch Mehrwertsteuer. Hier haben wir wieder dasselbe Spiel wie oben: Bayern bekommt davon ungefähr 15 Euro (die es diesmal aber behalten darf, da der Länderfinanzausgleich ja bereits bezahlt ist), vom Rest fließen die bekannten 42 % oder ziemlich genau 40 Euro nicht aus den Bundeskassen zurück nach Bayern, sondern werden in andere Regionen umgeleitet.

Privatausgaben: Die Mehrwertsteuer ist immer dabei

Als vorbildlicher Bürger sparen wir in unserem Beispiel 100 Euro im Monat und haben somit ungefähr 1 265 Euro auszugeben. Auf diese Ausgaben fallen teilweise 7 und teilweise 19 % Mehrwertsteuer an. Je nach Konsumverhalten enthalten unsere Einkäufe durchschnittlich ungefähr 11,5 % an Mehrwertsteuer. Das summiert sich auf 145 Euro im Monat, von denen 31,43 Euro umverteilt werden.

Deutschland erhöht die Abgabenlast für Bayern

Alles in allem beträgt die Abgabenlast hier 2 291 Euro oder 63 %. Vom 1. Januar bis einschließlich 15. August eines jeden Jahres arbeitet der Bürger also nicht für sich, sondern für den Staat. Dieses Phänomen ist allgemein bekannt und wird auch von Steuerzahlerorganisationen immer wieder angeprangert. Interessant ist aber, dass ein bayerischer Arbeitnehmer 349 Euro dieser Summe ausschließlich dafür bezahlt, um die anderen Bundesländer zu unterstützen. Ohne diese würde die Staatsquote schlagartig auf 53 % sinken, das Nettoeinkommen um ein Viertel steigen und die für den Staat aufgewendete Arbeitszeit fünf Wochen früher (Anfang Juli) enden.

Abgaben1

Nun mag sich mancher fragen, wie wir auf einmal auf knapp 350 Euro monatlich kommen. Bisher hieß es doch, dass die Bundesrepublik jeden Bayern 200 Euro pro Monat kostet. Diese 200 Euro sind nur ein statistischer Mittelwert. Ein Arbeitnehmer, der mit 3 000 Euro brutto sicher kein Krösus ist, zahlt bereits eine deutlich höhere Summe in die Bundesumverteilungsmaschinerie.

Können Sie sich die Bundesrepublik leisten?

Für eine Familie mag die Rechnung eine andere sein, weil sie pro Kopf weniger Steuern zahlt, dafür aber ein größeres Auto fährt und mehr Geld im Supermarkt lässt. Aber eines sollte jedem klar sein: Die Bundesrepublik kostet uns Unsummen. Und es ist nicht der abstrakte bayerische Staat, der das bezahlt. Es steht zwar nicht auf jeder Rechnung und auf jedem Steuerbescheid drauf, aber es sind die Bürger selbst, die das bezahlen. Wer auch sonst?

Wenn Sie sich Deutschland leisten können, dann gibt es viele, viele Parteien, die am Status quo nichts ändern wollen. Wenn Sie aber der Meinung sind, dass bayerisches Geld am besten in Bayern aufgehoben ist, dann geben Sie Ihre Stimme der Bayernpartei.

Sind Sie auch unserer Meinung?
Dann engagieren Sie sich für Bayern und werden Sie Mitglied der BP!

Hier geht's zum Online-Mitgliedsantrag.