Sind wir unsolidarisch?
Uns als Bayernpartei wird häufig vorgeworfen, wir wären nicht solidarisch. Die mittlerweile allgemein bekannte Berechnung, wonach Bayern jährlich über 30 Milliarden Euro an den Bund zahlt, sei zwar richtig, aber im Rahmen der Solidarität müsse man das eben hinnehmen.
Eigenstaatlichkeit ist mehr als bloßes Sparpotential
Zum einen verkennt dieser Vorwurf, dass die finanziellen Vorteile der Eigenstaatlichkeit lediglich eines unter mehreren Argumenten ist. Die Bayernpartei ist schon seit 1946 für die unabhängiges Bayern, also auch schon zu Zeiten, als der Freistaat wirtschaftlich noch nicht so viel besser dastand als der Bund. Und die BP wäre auch weiterhin für die Unabhängigkeit, wenn Bayern eines Tages wieder weniger reich wäre. Dass wir mit dem deutschen Staat, den wir grundsätzlich ablehnen, nicht auch noch solidarisch sein wollen, versteht sich da von selbst.
Was ist Solidarität?
Andererseits muss man aber auch den Begriff der Solidarität einmal definieren. Heutzutage wird er, gerade im Zuge der Euro-Krise, oft als die Verpflichtung zum endlosen und widerspruchslosen Zahlen verstanden. Solidarität bedeutet an sich gegenseitige Hilfe in Notlagen. Und dazu bekennt sich auch die Bayernpartei: Ob Naturkatastrophen, Terror-Anschläge oder ähnliche Schicksale – selbstverständlich hilft man grenzüberschreitend.
Auch im Falle eines wirtschaftlichen Niedergangs, der ein Land ganz besonders trifft, kann man diesen Land natürlich solidarisch beistehen. Aber eines muss man an dieser Stelle ganz klar sagen: Jahrzehntelange Misswirtschaft ist keine Naturkatastrophe.
Solidarität hat zwei Seiten
Es ist die oberste Pflicht eines jeden Staat wie auch jeder Privatperson, nicht über seinen Verhältnissen zu leben. Wer glaubt, Solidarität nach dem Motto „Unsere Ausgaben sind eure Schulden“ einfordern zu können, verhält sich selbst unsolidarisch.
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Am 10. Juni 2012 um 17:13 Uhr
San mir Bayern vialeicht schuid, daß in de andern Lender teilweis koane Studiengebührn zoit wern miassn. Und mir fir dene iara Defizit afkemma miassn, und no vui mearer? Da heart si do oiss af! Pfüat enk! Sappel Albrecht
Am 11. Juni 2012 um 12:20 Uhr
Eine festgeschriebene Solidarität ist keine Solidarität, sondern ein Zwang.
Solidarität muss stets ein freiwilliger Akt sein.
Solidarität kann nicht eingefordert oder abverlangt werden.
Von uns wird Solidarität aber abverlangt.
Mit welcher Berechtigung fordert Berlin, Brandenburg etc. etwas von uns Bayern?
Der Grund ist doch nur, weil wir (das Land Bayern) ins Reich gezwungen wurden (letztendlich hat Ludwig II seine Unterschrift auf dem Kaiserbrief ja nicht ganz freiwillig geleistet …).
Solidarität mit Berlin, Brandenburg, Bremen etc. … u.U. ja … aber doch nicht als Erwartungshaltung innerhalb einer erzwungenen und ungewollten Schicksalsgemeinschaft.
Es muss immer unsere gemeinsame Entscheidung sein, ob wir solidarisch sein wollen oder nicht.
Tatsache ist, dass die Verhältnisse in Bayern nicht überall vergleichbar sind.
München ist doch nur Vorzeigeschauplatz … in vielen Teilen Bayern schauts doch viel schlechter aus … u.a. Oberpfalz, Unterfranken … da sollte unsere Solidarität hin …
Wie sollte jemand in Unferfranken verstehen, dass bayrische Gelder zuhauf in Berlin verprasst werden … nicht aber dort investiert werden wo sie hingehören … in Bayern.
Am 11. Juni 2012 um 23:29 Uhr
@Marcus
Deswegen bin ich ja in die BP… ich selber bin aus Unterfranken, genauer dem wunderschönen Grabfeld!! Dá is´ de Katz´ gebleud… niß, gárniß gibts da. Un unner Steuergelder wern vo Berlin un Griechenland g´fressn!! Bin ja scho die ganze Zeit dabei, a páár Leut´ zu überzeuchn einzutreten. Weil, im Grabfeld gibts NOCH keine Bayernpartei. Is´ aber aufm besten Weg dahin.
Am 12. Juni 2012 um 18:05 Uhr
@Trapptscher Bua
Hosd scho recht, Franken is wirkle sehr schee … aba eigendle is in ganz Bayern sehr schee …
Subba
Als Bayer … aber auch als Baier (oder häßlich Altbayer) … bin ich der Meinung, dass wir dafür sorgen müssen, dass Bayern zusammenrückt.
Es geht nicht, dass ganze Landstriche einfach abgeschrieben werden.
Und daneben werden Berlin und Konsorten mit zig Milliarden unterstützt. Wir sind ein (1) Land Bayern und die Menschen überall in diesem Land haben gute (annähernd gleiche) Verhältnisse und Zukunfsperspektiven verdient.
Wenn Berlin allein aus dem Finanzausgleich 3,6 (rundummadum) Milliarden bekommt … dann muss die Frage erlaubt sein „bekommt Berlin die Zukunft Unterfrankens?“
Nur wird es wohl nie eine Metropol Region Grabfeld geben … aber es sollte schon möglich sein, dass die Unterfranken auch in Unterfranken bleiben können, weil Sie dort Perspektiven und ein sicheres Auskommen finden.
Am 12. Juni 2012 um 18:51 Uhr
Metropolregion Grabfeld…. *träum* Berlin hatte im vergangenen Jahr allein ein „nichtselbsterwirtschaftetes Steuereinkommen“ von 5,4 Mrd. €uro!!! Ich will net wissen, wie viel davon aus Bayern.
Eigentlich könnt´ Berlin ja mal solidarisch mit Unterfranken, der Oberpfalz und Oberfranken sein… mir ham lang g´nua gezahlt!!!
Am 12. Juni 2012 um 20:00 Uhr
Naja, der Nationalsozialismus kam aus Bayern. Aus Ostdeutschland und dem eingemauerten Berlin kommt der Großteil der Ökonomischen Basis Bayerns. Das verschweigt man gerne in Bayern. Da redet man immer vom militaristischen Preuß‘ und von dem Länderfinanzausgleich.
Am 13. Juni 2012 um 12:19 Uhr
@Tim
Nur weil eine bestimmte Person zuerst in Bayern war, und danach in Restdeutschland, heißt das noch lange nicht das der Nationalsozialismus seine Wurzeln in Bayern hat!!! Diese Form von Politik gibts scho bissl länger, nä??
Wenn die gute Qualität aus´m Osten kommt, warum zahlen wir dann Soli?? Die können sich doch mit ihren Fachkräften selber helfen!!
Was uns eine ehemalige FDJ-Agitatorin (für die Unwissenden: Propagandachefin) bringt, hat Sie ja gestern schön beschrieben: „Ich möchte, daß gemeinsame Haftung und gemeinsame Kontrolle in einer Hand liegen.“ … das heißt Sie möchte, daß die BRD am besten ihre GANZE „Länderkompetenz“ an Brüssel abgibt!! Deutschland, und somit auch Bayern, würde dann nicht mehr von Berlin, sondern komplett von Brüssel aus, regiert!!!!
Wenn es das ist, was Sie wollen, Tim… bitte sehr. Ich möcht´s net!!!
Am 13. Juni 2012 um 14:17 Uhr
@Tim
Bayern lebt vornehmlich von seinem Mittelstand, der bayrische Mittelstand war früher sicher nicht irgendwo anders angesiedelt.
Es mag sein, dass einige Großunternehmen ganz oder teilweise irgendwo anders her kamen. Die Allianz wurde z.B. in München gegründet (letztlich von den gleichen Menschen, die auch die Münchner Rück gegründet haben), musste aber in Berlin den Geschäftssitz aufmachen, das war nichts anderem als dem deutschen Zentralismus geschuldet.
Und es sind doch auch Unternehmen von Bayern nach Deutschland (auch in die ehamalige DDR gegangen) … siehe Pfanni; die Filmliebhaber kennen evtl. Kinowelt, die erst von München (wo die Fa. aufgebaut wurde) nach Leipzig gingen und dann von Studio Canal übernommen wurden und jetzt in Berlin ansässig sind.
Ich betrachte das hier und jetzt.
Und ich will nicht für irgendwelche deutschen Länder zahlen, wenn unsere Regionen in Bayern / meine Landsleute in Bayern Unterstützung nötig haben.
Am 13. Juni 2012 um 18:39 Uhr
@Trappschter Bua
Ich bezog mich nicht darauf wo eine Einzelperson wohnte, sondern darauf wo diese schreckliche Bewegung ihren Anfang nahm. Wo die Partei gegründet wurde, wo Sie gewachsen ist, wo Ihre Parteizentrale war, wo Sie ihre ersten Wahlerfolge hatte, wo Ihre Propagandaparteitage stattfanden.
Am 13. Juni 2012 um 18:55 Uhr
@Da Marcus
Dieser Mittelstand lebt aber einerseits als Zulieferer der Großindustrie, andererseits kommt er auch in vielen fällen aus der ehemaligen DDR bzw. Berlin (West).
Inwieweit man Siemens & Co gegen Pfanni aufrechnen kann, müssen Sie entscheiden. Die Allianz jedenfalls ist wegen einer klaren Standortentscheidung nach Berlin, und dann wegen der Mauer zurück. Das Firmen wegen normalen Ihre Standorte verlegen ist normales Geschäft. Das B in BASF steht für Badisch. Aber die BASF ist in Ludwigshafen. Das aber aufgrund von gesamtdeutscher Entscheidungen -Bayern kann sich hier definitiv nicht exkulpieren- bestimmte Gebiete in SBZs verwandelt werden, oder eingemauert werden, ist keine normale Standortpolitik.
Das Sie das Hier und Jetzt betrachten möchten ist schön und gut, das Hier und Jetzt hat aber auch was mit dem Gestern zu tun. Einerseits anzuerkennen das gewisse Gebiete in Bayern aufgrund des ehemaligen Status als „Zohnenrandgebietes“ ökonomische Probleme haben, aber die ökonomischen Probleme der eigentlichen Zone auf die lokale Politik, bzw die lokale Bevölkerung abzuschieben ist inkohärent.
Am 14. Juni 2012 um 10:52 Uhr
@Tím Leuther
Es wurde keine Firma gezwungen nach Bayern zu kommen.
Bayern wurde seinerseits aber in die BRD gezwungen (Willen der Siegermächte, und der anderen sogenannten deutschen Länder), so wie es vorher bereits ins Deutsch Reich gezwungen wurde (Wille Preußens).
In beiden Fällen war das letztlich kein freiwilliger Akt.
Mein Heimatbegriff ist – so scheints – einfach ein anderer, als den den Sie nutzen/haben.
Meine Heimat ist Bayern.
Die BR Deutschland ist nicht meine Heimat.
Ich will vergleichbare Verhältnisse innerhalb meiner Heimat.
Wenn die gegeben sind, dann bin ich der Letzte, der es nicht auch als Verpflichtung ansieht die umliegenden Länder zu unterstützen.
Ich hätte nichts dagegen Liechtenstein, Österreich, die Schweiz, Luxemburg, Deutschland etc. zu unterstützen, wobei Liechtenstein, Österreich, die Schweiz und Luxemburg eher keine Unterstützung nötig haben
Aber wie gesagt, zuerst kommen alle Teile in Bayern. So wie auch in Österreich zuerst alle Teile in Österreich kommen. Punktum.
Ich sehe weder mich, noch mein Land Bayern tatsächlich in irgendeiner Verpflichtung für ‚Deutschland‘ da zu sein … wenn dieses ‚da sein‘ als Automatismus begriffen wird.
Sie merken richtig an „Das Firmen […] Ihre Standorte verlegen ist normales Geschäft.“
Ich kann Ihnen dazu nur sagen, dass ich generell für die politische Unabhängigkeit Bayerns bin, völlig egal welche Firmen hier Ihren Standort haben, behalten werden oder nach Bayern verlagern.
Zu Ihrer – m.E. völlig unnötigen – Andeutungen mit der bayrischen NS-Vergangenheit.
Der Nationalsozialismus kam per Wahl an die Macht.
Jede Statistik beweist, dass diese – wie Sie richtig bemerken – schreckliche Bewegung den größten Zulauf nicht in Bayern hatte.
Ich sage nicht dass es in Bayern keine Unterstüzter gab, das wäre natürlich völlig unrichtig. Die Unterstützung war auch hier erheblich. Aber die größte Unterstützung kam nicht von hier. Die prozentuale Zustimmung zur Reichstagswahl 1933 war in Bayern unter dem Durchschnitt im (sogenannten) Reich.
Wo die Bewegung Ihren Anfang genommen hat, das ist hier völlig unerheblich … insbesondere, da der Gründer nicht aus Bayern gekommen ist.
Anzudeuten, dass Bayern das Unheil ausgelöst und über die Welt gebracht hat, das ist schon unverschämt.
Es stellt sich also die Frage … was soll Ihre Bemerkung diesbezüglich?
Weiß-Blaue Grüße
Da Marcus
Freiheit für Bayern
Am 14. Juni 2012 um 20:15 Uhr
@Da Marcus
Es begann in Bayern. Daran lässt sich nichts deuteln.
Am 14. Juni 2012 um 20:24 Uhr
@Da Marcus
Des weiteren waren die Andeutungen nicht unnötig, denn es wird laufend gegenteiliges verbreitet.
Auch wurde Bayern nicht ins Deutsche Kaiserreich gezwungen, es hat es entschieden. Es wäre sonst von seinen Zentrifugalkräften (u.a. Franken) zerrissen worden. Etwas das man gerne verdrängt.
Und das mit den Firmen hab ich geschrieben weil die „gleichen“ Lebensverhältnisse die Sie zwischen dem Großraum München und anderen Gegenden herstellen wollen ein ausgleich von Gegenden die überproportional vom Mauerbau profitierten in Gegenden die unterproportional von vom Mauerbau profitierten ist.
Am 15. Juni 2012 um 18:01 Uhr
@tim leuther:
Zur NSDAP:
Es ist allgemein bekannt, dass die NSDAP in München gegründet wurde. Wenn man sich jedoch bewusst macht, dass angekarrte meuternde Matrosen aus Kiel 1919 in München zur Absetzung des bayerischen Königs beitrugen und der Berliner Kurt Eisner die bayerische Republik ausrief, dann merkt man schnell, wie bayerisch München damals war.
Nach dem missglückten Hitler/Ludendorff-Putsch hatte man die NSDAP unterschätzt. „Der Hitler-Prozeß, die Landsberger Festungshaft, das Auseinanderbrechen der NSDAP: Für Bayern war der Fall erledigt. Die dreisten Desperados, die in Wickelgamaschen und Schirmmützen, mit Mauserpistolen und Maschinengewehren Politik machen wollten, schienen endgültig geschlagen“ (Walter von Cube).
Ihre reichsweite Bekannntheit hat die NSDAP nach 1924 dem damals größten Medienmogul der damaligen Zeit, Ralf Hugenberg aus Hannover, eingebracht. Hitlers größte Finanziers zwischen 1924 und 1933 waren u. a. Edwin Bechstein (Berlin), Ernst von Borsig (Berlin), Henry Ford (USA), Benito Mussolini (Italien), Kurt Lüdecke (Berlin) undundund, diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen.
Bayern hat in den zwanziger Jahren mehrmals versucht, Hitler nach Österreich auszuweisen. Leider erfolglos, denn Österreich hat Hitler letzten Endes die österreichische Staatsbürgerschaft aberkannt. Ohne die deutsche Staatsbürgerschaft, die Hitler 1932 in Braunschweig erhielt, hätte er als Staatenloser nicht einmal bei den Wahlen kandidieren dürfen.
Die NSDAP hat insbesondere in den katholischen Gebieten Bayerns mit die schlechtesten Wahlergebnisse eingefahren. Die „Machtergreifung“ wurde in München nicht schon am 30. Januar 1933 (wie in Berlin) sondern erst am 9. März 1933 inszeniert, weil München bis dahin noch von Karl Scharnagl von der Bayerischen Volkspartei regiert worden ist. Erster Münchner Bürgermeister der Nazizeit und Nachfolger Scharnagls wurde Karl Fiehler aus Braunschweig – natürlich nicht als solcher gewählt, sondern ernannt.
Mein Fazit: Der Aufstieg Hitlers und der NSDAP hat viele Väter. Ihn alleine den Bayern in die Schuhe schieben zu wollen, ist unfair und geschichtlich völlig falsch.
Zu Bayern im Deutschen Reich:
Nur vier Jahre vor der Reichsgründung war Bayern noch von preußischen Truppen besetzt. Bismarck hatte im Krieg von 1866 nicht nur den Bayern bewiesen, wo der Bartel den Most holt. 1871 standen die bayerischen Truppen sämtlich in Frankreich, während die preußische Mainarmee noch immer an den Grenzen Bayerns stand. Bismarck hat den bayerischen Botschafter in Berlin im Vorfeld der Verhandlungen ausdrücklich darauf hingewiesen, das zeigen Depeschen, die noch heute im Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt werden.
Und Bismarck hatte viel Geld, das er sich widerrechtlich bei der Enteignung des hannoverschen Königshauses angeeignet hatte. Mit o. g. Kriegsdrohungen und mit hohen Summen aus diesem sog. „Reptilienfonds“ konnte er König Ludwig II. dann dazu bringen, am 30. November 1870 den „Kaiserbrief“ zu unterschreiben. Verfasst hatte diesen „Kaiserbrief“ übrigens nicht Ludwig, sondern Bismarck. Ludwig bezeichnete am 16. Juni 1871 den Empfang zu Pferd für Kronprinz Wilhelm von Preußen als „Vasallenritt“.
Das Geld aus dem „Reptilienfonds“ reichte übrigens auch noch dafür aus, dass sich so mancher Abgeordnete des bayerischen Landtags (der Anschluss Bayerns ans Reich war in erster Lesung vom Landtag abgelehnt worden) sich nach der zweiten Lesung (da gabs eine knappe Zustimmung) ein schönes Haus kaufen konnte.
Am 15. Juni 2012 um 23:54 Uhr
@Tim Leuther
Mich würds reizen, mit Ihnen/Dir mal ne Diskussion zu führen…
Ich weiß ja net aus welchem Land Sie kommen. Aber gut, es wird überall Geschichte anders definiert und gelehrt!! Und manches muß sich der mündige, deutsche (?) Bürger selbst erlesen…
Wir, die Leute der Bayernpartei, ham einfach ne andere Meinung, basta. Ich lass Ihnen die Ihre. Hat lang genug bei mir gedauert, bis der (politische) Groschen gefallen is´. *Grins*
„…Das B in BASF steht für Badisch. Aber die BASF ist in Ludwigshafen…“ Da sieht man, das der Zentralismus ÜBERALL gemacht wird!! Aber wenn die dortige Bevölkerung net auf die Barrikaden geht?? Ähm, ich möchte hier nur ungern sagen selber Schuld… aber in Teilen is es so, Pardon. Ich persönlich, wäre promt daafür, daß sich eine Badische Partei gründet. Auch eine Württembergische Partei würde ich beführworten!!!! Damit die Bevölkerung wieder Regionale Mitbestimmung machen KANN. Und net nur irgendwelche Pfauen nach Berlin schickt.
mfG,
Trappschter
Am 17. Juni 2012 um 06:43 Uhr
Zur Gschicht vom Faschismus: Der hod ned bloß in Bayern ogfangt. In fast olle Lender vo Europa san mear oder wenger erfoigreiche faschistische Bewegunga gebn. Des san de Nachween vo de untergangen Monarchien gwen. Pfüat enk! Sappel Albrecht
Am 17. Juni 2012 um 16:26 Uhr
Wo a Recht hot da Sappel Albert, do hata a unbedingt Recht muaße do dazua song!
Und wenn i mein Taschnrechna füan Spamschutz ausrechnan wieda find, dann konne mei Bestätigung am Sappel Albert seina Aussag gegnüba a zum Veröffntlichn freischaltn lassn.
Am 17. Juni 2012 um 21:52 Uhr
@Tim
Meine Vorredner – oder vielmehr Vorschreiber – haben wohl alles gesagt.
Bravo.
Insbesonder Schepsei hat mir mit seinen Ausführungen zum Kaiserbrief … und dessen ‚Freiwilligkeit‘ aus der Seele gesprochen.
Nur weil die Unterschrift geleistet wurde, heißt das nicht, dass sie freiwillig geleistet wurde.
Wenn der preußische Thronfolger hinter vorgehaltener Hand auf diplomatische Ebene mit Krieg droht, sollte die Unterschrift nicht wie gewünscht geleistet werden, dann ist das evtl. in Ihrem ‚deutschen‘ Weltbild freiwillig.
In meinem Weltbild, kann ich hier aber auch gar nichts erkennen, was freiwillig war.
Ludwig war unerfahren (und noch naiv) und völlig überfordert mit der Situation, die seine romantische Vorstellung von freien Königen/Fürsten die per Wahl einen Kaiser bestimmen völlig über den Haufen warf.
Die Preußen haben ihn unter Druck gesetzt und dorthin dirigiert wo sie ihn haben wollten.
Sein Vater König Maximilian II. hätte diese Unterschrift wohl niemals gegeben.
Ludwigs Bruder Prinz Otto hätte diese Unterschrift definitiv nie gegeben, wie leicht aus einem Brief an Ludwig zu entnehmen ist, wo er Ludwig bittet diese unseelige Unterschrift nicht zu geben:
„Ich beschwöre Dich, das Schreckliche nicht zu tun! mögen wir auch für den jetzigen Augenblick Vorteile und Zugeständnisse erlangen, mögen sie auch vielleicht für zwanzig bis dreissig Jahre erhalten bleiben, so wird doch gewiß immer mehr davon abgezwackt werden, und in fünfzig bis hundert Jahren sind sie uns vielleicht sämtlich abgerungen.“
… welch prophetische Worte des späteren bayrischen Königs Otto I. .
An dieser Unterschrift krankt Bayern bis heute.
Am 18. Juni 2012 um 18:17 Uhr
@Trappschter Bua
Ludwigshafen ist in Rheinland-Pfalz. Mit Schwaben und Baden hat das nichts zu tun. Eher mit Bayern. Ludwigshafen war mal bayrisch
Ich verstehe den ganze Ludwig-Hype nebenbei nicht. Der hat sich doch von Bismark auch bezahlen lassen.
Ach ja: Der Reptilienfond war nicht geklaut. Das Fürstentum Hannover hat Preussen den Krieg erklärt, und verloren. Da ist dann der Besitz eben futsch. Muss man sich überlegen bevor man den Krieg erklärt. Ganz abgesehen davon das es echt eine dumme Entscheidung von Hannover war, bei dieser Aktion mitzumachen. Eingeklemmt zwischen zwei Preussischen Provinzen und den Verbundeten Mecklenburg, Bremen, Oldenburg, Hamburg. Allein schon aufgrund dieser Dummheit steht den das Geld nicht zu. Als nächstes hätten die davon Facebook-Aktien gekauft…
Und eines bleibt hinzuzufügen: Es wird verkannt das es Bayern zerrissen hätte, weil Franken nämlich nicht so sehr bayernbegeistert ist.
Am 18. Juni 2012 um 21:31 Uhr
@Marcus
*räusper* „An dieser Unterschrift krankt Bayern bis heute“…und Franken!!
Am 19. Juni 2012 um 09:57 Uhr
@ Tim Leuther:
Vorab: Den Ludwig-Hype verstehe ich auch nicht.
Und Ludwigshafen liegt in der Pfalz, nicht in Baden. Von daher ist das „B“ zwar fragwürdig, aber erklärbar, denn die BASF wurde tatsächlich in Mannheim (Baden) gegründet, zog aber schon eine Woche nach ihrer Gründung der höheren bayerischen Industriesubventionen wegen über den Rhein und ließ sich in Ludwigshafen nieder.
Zu Hannover/Deutscher Bund:
Preußen verstieß zuerst am 8. April 1866 gegen die Bestimmungen der Bundesakte: Es verbündete sich in einem geheimen Angriffspakt mit Italien gegen ein Mitglied des Deutschen Bundes, dem es selbst auch angehörte. Hinzu kommt, dass Bismarck Frankreich zur Belohnung für ein Stillhalten in einem kommenden Konflikt mit Österreich versprach, deutsche (!) Gebiete abzutreten. Da Preußen zu diesem Zeitpunkt noch Mitglied des Deutschen Bundes war, ist schon dies als hinterhältiger, gegen Verbündete gerichteteter Akt zu werten.
Die Bundesakte verbot nicht nur Bündnisse mit dritten Mächten, sondern forderte auch militärischen Beistand für ein Mitglied des deutschen Bundes im Angriffsfall. Im Übrigen hat nicht Hannover den Preußen, sondern Preußen hat am 19. Juni 1866 nicht nur Hannover, sondern allen bundestreuen Staaten den Krieg erklärt. Das geschah erst nach dem preußischen Überfall auf Sachsen, der den zweiten Bruch der Bundesakte durch Preußen darstellte.
Dass das Welfenhaus enteignet und aus dem Land gewiesen wurde, war aber tatsächlich dem Umstand zu verdanken, dass Hannover inmitten preußischer Gebiete lag – Bismarck wollte mit der Annexion Hannovers ein durchgängiges preußisches Reichsgebiet, dessen Teile miteinander verbunden waren.
Die Verbündeten Preußens beugten sich nicht nur der preußischen militärischen Übermacht, sie glaubten im Gegensatz zu Georg V. von Hannover z. T. auch den Versprechungen Bismarcks nach eigenen Gebietserweiterungen – doch auch sie verstießen gegen die Bestimmungen des Bündnisvertrags, dem jedes Land des Bundes verpflichtet war. Insofern verhielten sich Staaten wie Hannover bündnistreu, der Rechtsbruch ging von Preußen aus. Erwähnen möchte ich hier auch, dass die Soldaten des Deutschen Bundes (auch die Österreichs) während der Kämpfe Armbinden in den Farben schwarz-rot-gold getragen haben.
Zu Franken/Bayern:
Dass weite Teile Frankens – insbesondere die ehemals Freie Reichsstadt Nürnberg und das bis zum Wiener Kongress preußische Ansbach – mit Preußen sympathisierten, ist auch in Bayern kein Geheimnis. Doch spätestens, als preußische Truppen die Lazarette Nürnbergs von verwundeten bayerischen Soldaten „säuberten“ (sogar Schwerverwundete wurden auf die Straße geworfen), war´s aus mit der Sympathie.
Ganz nebenbei bemerkt: Franken (insbesondere Unter- und Oberfranken) wurde 1866 durch den Einmarsch der preußischen Truppen schwer in Mitleidenschaft gezogen. Eine Welle der Solidarität in Bayern war die Folge: In Altbayern fanden regelrechte Sammlungen für die vom Krieg verwüsteten Städte und Gemeinden statt. Große Mengen an Vieh und Getreide, aber auch Kleidung – sogar die war von den Preußen akquiriert worden – und Werkzeuge wurden gespendet, es entstanden regelrechte „Patenschaften“ zwischen fränkischen und altbayerischen Kommunen.
Am 19. Juni 2012 um 15:55 Uhr
@Tim Leuther
Einen Ludwig-Hype kann ich hier ehrlich gesagt nirgendwo erkennen.
Sicher sind Gelder geflossen, aber ich bin der festen Überzeugung, dass Ludwig nicht der Gelder wegen unterschrieben hat (dann wäre die Unterschrift freiwillig erfolgt), sondern weil er keinen Ausweg gesehen hat.
Einspruch Mutmaßung? Stattgegeben, ich war nicht dabei.
Aber es deutet vieles darauf hin, dass es stimmt.
Ein evtl. Ausscheeren Frankens hätte Bayern sicher nicht zerrissen.
Schon alleine deshalb nicht weil Franken kein einheitliches Gebiet dargestellt hat. Es ist fraglich ob sich alle Gebiete gegen Bayern entschieden hätten …
Im übrigen mutmaßen Sie hier
Die Aussage ‚weil Franken nämlich nicht so sehr bayernbegeistert ist‘ ist schon sehr pauschal.
Ich habe erst küzlich in einer Wirtschaft in einem Ort knapp neben Bamberg gegessen, und die Fußball Bundesliga im Radio verfolgen dürfen.
Der Wirt war scheint ein Club-Fan, wie viele Wimpel an den Wänden bezeugen. Ein Spiel war wenn ich mich recht erinnere Berlin gegen Augsburg.
Ich kann mich noch gut an seinen Hinweis an Berliner Gäste erinnern, dass wir in Bayern zusammenhalten müssen und deshalb kann er nur für Augsburg sein.
Ich kenne Franken, die sehr gerne Bayern (nicht Baiern! wohlgemerkt) sind. Manche tummeln sich auch hier … und in Bayreuth gab es auch einige die froh waren, dass die preußische Vorherrschaft durch die Zugehörigkeit zu Bayern beendet war.
Dass es Ressentiments bei manchen gab und gibt, das war und ist so keine Frage.
Da liegt aber – zumindest m.E. – eher an der Beachtung, die die bayrische Politik Franken bietet, kulturell wie finanziell.
Und hier sind wir wieder beim Ausgangspunkt … die bayrische Politik gibt sich lieber deutsch als fränkisch.
Bzgl. dem ‚bayrisch sein‘ gibt es nicht eine (1) fränkische Meinung.
Das resultiert auch daraus, dass die sich heute in Bayern befindlichen Teile Frankens vor der Zeit in Bayern kein zusammengehöriges Gebiet dargestellt haben (trotz Reichskreis), das waren zig Territorien mit unterschiedlichen Herrschern (Reichsritter, Bischöfe etc.).
Aschaffenburg und Umgebung gehörte noch nicht mal zum fränkischen Reichsreis.
Der damalige Freistaat Coburg hat sich erst 1919 per Volksabstimmung für den Beitritt zu Bayern entschieden. Man hätte sich auch für Preußen oder das neue zu gründende Thüringen entscheiden können. Ich denke, diese Wahl hat sich als eine sehr gute Wahl herausgestellt.
@Schepsei
… ich bin beeindruckt.
Es gibt immer wieder einen der sich besser auskennt.
Du bist so einer scheint mir
@Trappschter Bua
… ‚und Franken‘ stimmt natürlich.
Wobei es genau so auch gemeint war.
Bayern hat eben allemannische, fränkische und bairische [häßlich altbayrische]) Teile.
Schreibe ich Bayern meine ich immer das Land und nie den Volksstamm.
Ich bezeichne Franken zwar als Bayern, ich würde Franken aber niemals als Baiern bezeichnen.
Würde dieser Unterschied immer gemacht, dann hätten Franken wohl auch weniger Probleme als Bayern bezeichnet zu werden (na ja Ausnahmen gäbe es natürlich …).
Am 19. Juni 2012 um 18:14 Uhr
@Schepsei
Warum die BASF wie heißt weiß ich auch. Sie ist meines Wissens übrigends aufgrund von Umweltauflagen auf die andere Seite des Flusses gewechselt. Es ging nur um die Aussagen eines anderen Foristen, die so klang als vermutete er hier Württembergischen Zentralismus in BaWü.
Bei der Vorgeschichte zum Deutsch-Deutschen Krieg haben Sie meiner Meinung alles von der Seite gesehen wie es ihnen passte. Das „dritte Deutschland“ und Österreich haben die Bundestruppen gegen Preußen mobilgemacht. Das ist in etwa so als wenn die NATO ihre Truppen gegen ein Mitgliedsland mobil macht. Darauf hin hat Preussen (und ich vermute mal alle Verbündeten) den Deutschen Bund verlassen. Die ganzen „Vertragsbrüche“ die Sie denen also andichten existierten gar nicht. Weil der Vertrag nicht mehr existierte. Im Gegenteil: Der Vertrag wurde mit der Mobilmachung gebrochen.
Das Franken trotz dem Krieg -wo Sie quasi für die ganze Bayrische Sache den Kopf hinhalten durften- eher für einen gesamtdeutschen Staat waren als in dem namensgebenden Teil Bayerns. Das mit den Solidaritätsspenden mag alles sein, letztendlich wusste man aber für wessen Interessen hier welcher Krieg geführt wurde, auch war es keineswegs so das es keine Konflikte um den Lastenausgleich für den Krieg gab.
Nebenbei: Wie kann es eigentlich sein, das selbst bei vergleichsweise -auch in Relation zum Bundesland- kleinen Landesteilen wie Vorpommern, oder Anhalt, die Region im Landesnamen erwähnt wird und im Wappen, auch im kleinen auftaucht, aber die Polizisten in Nürnberg auf dem Ärmel nur das bairische Wappen haben? Stattdessen praktiziert man irgend ein Regionalproporz den es eigentlich in innerstaatlichen dingen nicht gibt. Weder auf Bundesebene, noch in anderen Bundesländern.
Am 20. Juni 2012 um 10:29 Uhr
@ Tim Leuther:
Für die Nachhilfe im Geschichtsunterricht werde ich demnächst ein Honorar verlangen und halte mich deshalb hier kurz. Ganz nebenbei: Ich hab mich mit diesem Teil der Deutschen Geschichte intensivst befasst und für meine Recherchen Originalquellen bemüht – ich schreibe da drüber nämlich grade ein Buch (dessen Manuskript aus Zeitgründen derzeit leider ein bissl vor sich hingammelt). Btw: Muss ein Blogger mit .de-Adresse nicht auch ein Impressum angeben?
Vertragsbrüche:
Die Vertragsbrüche Preußens geschahen alle vor dem Austritt Preußens aus dem Deutschen Bund.
Mobilmachung:
Am 9. Juni 1866 marschierten preußische Truppen in das von Österreich verwaltete Holstein ein – übrigens ein klarer Bruch der Gasteiner Konvention – woraufhin Österreich Mobilmachung des Deutschen Bundes gegen Preußen beantragte. Dieser Antrag sollte Preußen zunächst erst einmal einschüchtern und zwingen, seine Truppen aus Holstein wieder abzuziehen. Am 14. Juni stimmte der Bundestag diesem Antrag mehrheitlich zu, was Preußen dazu veranlasste, aus dem Bund auszutreten.
Ziel des Krieges:
Das hat Bismarck bereits 1862 vor dem Preußischen Abgeordentenhaus formuliert: „Nicht auf Preußens Liberalismus sieht Deutschland, sondern auf seine Macht; Bayern, Württemberg, Baden mögen dem Liberalismus indulgieren, darum wird ihnen doch keiner Preußens Rolle anweisen; Preußen muß seine Kraft zusammenfassen und zusammenhalten auf den günstigen Augenblick, der schon einige Male verpaßt ist; Preußens Grenzen nach den Wiener Verträgen sind zu einem gesunden Staatsleben nicht günstig; nicht durch Reden oder Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden – das ist der große Fehler von 1848 und 1849 gewesen – sondern durch Eisen und Blut.“
Und den Rest spar ich mir jetzt einfach – ich muss arbeiten. Herr Leuther, um sich Basiswissen über die Vorgänge dieser Zeit zu verschaffen, reicht übrigens ein Internetzugang. Dann muss man nicht „vermuten“.