Seehofer und die Rente mit 67
Wieder einmal steht Horst Seehofer auf der Seite des Bürgers. In der Bild-Zeitung spricht er sich vehement gegen die Rente mit 67 aus: „Mit mir ist eine massenhafte Rentenkürzung nicht zu machen.“ Und tatsächlich ist die Erhöhung des Rentenalters, die nun nach und nach in Kraft tritt, faktisch einfach eine Kürzung der Bezüge. Denn die große Mehrheit der Arbeitnehmer wird deswegen keinen Tag länger arbeiten. Wer aber bspw. mit 62 in Rente geht, arbeitete bisher drei Jahre „zu wenig“. Bei einem Standard-Renteneintrittsalter von 67 sind es aber auf einmal fünf Jahre – dementsprechend höher sind die Abschläge, die man hinnehmen muss.
Angesichts seiner deutlichen Worte müsste man doch meinen, dass der bayerische Ministerpräsident eine parlamentarische Opposition gegen die Erhöhung des Rentenalters organisieren könnte. So wie 2007, als die Rente mit 67 beschlossen wurde. Komischerweise hat man damals von einem Widerstand seitens der CSU relativ wenig gehört. Mehr noch, es gab keine einzige Gegenstimme aus der CSU-Gruppe im Bundestag, 95,65 % der Abgeordneten haben der Reform zugestimmt. Damit lag die Zustimmungsquote höher als die aller anderen Fraktionen. Unter den Ja-Stimmen war übrigens auch die eines Horst Seehofer (CSU) aus Ingolstadt – das muss eine kuriose Namensgleichheit sein.
Hat der bayerische Ministerpräsident seitdem vielleicht einfach dazugelernt? Haben sich die Rahmenbedingungen derart geändert, dass die Frage heute in einem neuen Licht erscheint? Nein, es ist einfach die Taktik der CSU. In Berlin heißen die Maßstäbe der Partei schon immer Koalitionstreue, Unterordnung unter den Bund und Machterhalt. In Bayern geriert man sich dagegen als Stachel im Fleisch der Regierenden, als rhetorischen Bewahrer bayerischer Selbstbestimmung und als Volkstribun.
Dass die Menschen im Freistaat diese Fassade immer mehr durchschauen, zeigen die sinkenden Wahlergebnisse der einstigen Staatspartei. Und nach neuesten Umfragen sympathisiert jeder fünfte CSU-Wähler damit, seine Stimme bei der nächsten Wahl der Bayernpartei zu geben – dieser Anteil ist so hoch wie bei keiner anderen Partei.




Am 4. Januar 2012 um 17:02 Uhr
Ich kann leider nicht verstehen, warum wir diese Trends nicht in die Presse bekommen. Die Piraten werden erwähnt, uns gibt es für die Presse einfach nicht. Das kann auch nicht der Sinn einer objektiven Pressefreiheit sein. Siehe letzte Umfrage.
Am 6. Januar 2012 um 12:37 Uhr
@Dr. Passberger, vialeicht kannt ma den Absturz vo der FDP a weng nuzzn mit an Programm in liberaler Richtung. Pfüat enk Sappel Albrecht
Am 10. Januar 2012 um 20:00 Uhr
Und wieder ein Beweis, daß der bekennende katholische Ehebrecher aus Ingolstadt an Demenz leidet: Gesundheitsfond – erst ja dann nein, Pendlerpauschale abschaffen, dann lieber nicht, Atomkraftwerkslaufzeit verlängern – dann Energiewende und Abschalten, nun Rente mit 67 – jetzt wieder nicht ! Höhepunkt ist nun seine Einladung an den Lügenbaron. Der Mann bringts nicht – er schafft aber so die Wende in Bayern! Laßt ihn nur weitermachen! Einem tut der Söder leid, der gar nichts werden kann. Und die Hadertauer wird bittere Tränen ob ihrer abgebrochenen Karriere weinen.