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Brauchen Kinder Krippen?

Bisher wurde die Debatte um die Kinderbetreuung für Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren meist aus der Perspektive von Politikern, berufstätigen Eltern und der Wirtschaft geführt. Nur selten stehen dabei die Bedürfnisse derjenigen im Mittelpunkt, die es hauptsächlich betrifft: Die Kinder.

Die Propaganda, die derzeit für die Erhöhung der Anzahl der Kinderkrippen, gar für eine Pflicht zur Fremdbetreuung gemacht wird, blendet die Interessen der Kleinsten vollständig aus. Im Gegenteil, es wird behauptet, dass eine möglichst frühe Betreuung in Tageseinrichtungen sogar gut für die Entwicklung der Kinder sei, Kinderkrippen machen angeblich „erfolgreich und reich“. Wenn dem so wäre, dann müsste der Osten Deutschlands – wo bekanntlich zu DDR-Zeiten fast alle Kinder schon im zartesten Alter in staatliche Obhut gegeben wurden – voll von erfolgreichen Geschäftsleuten, wissenschaftlichen Genies, und damit auch voll von Millionären sein.

Die warnenden Stimmen vieler Kinder- und Jugendpsychiater werden in der öffentlichen Diskussion ignoriert. Sie berichten von extremem Trennungsstress bei den Kindern und auch davon, dass in diesem Alter die Affektunterdrückung, zu der der Besuch einer Kindertagesstätte die Kinder zwingt, sogar langfristig pathogen wirken kann. Der frühe Anpassungsdruck sei riskant für die spätere Persönlichkeitsentwicklung.

Es ist unbequem aber wahr: Kleinkinder brauchen bekannte Bezugspersonen länger, als vielen recht und wünschenswert erscheint. Ein Kind, das in seiner Kindertagesstätte wegen Schichtwechsel und Personalfluktuation mit ständig wechselnden Bezugspersonen konfrontiert ist, kann eine solche Bindung nicht entwickeln.

Natürlich muss die Vereinbarkeit von Beruf und Familie vom Staat besser gefördert werden. Das darf aber nach dem Willen der Bayernpartei nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden. Der Staat sollte nicht nur die Familien finanziell stärker unterstützen, die sich ganz bewusst für die eigene Erziehung ihrer Kinder bis zum dritten Lebensjahr entscheiden, sondern auch Firmen, die für familienfreundliche Arbeitsbedingungen sorgen.

5 Reaktionen zu “Brauchen Kinder Krippen?”

  1. Bernie

    Na ja. Das Ganze hat für aufgeklärte Menschen ein „Gschmäckle“.
    Die BRD hat in den 70ern und 80ern die DDR wegen derer unsozialen Erziehungspolitik aufs Übelste in Göbbels-Manier diffamiert. JETZT ist das Ganze durch die mittlerweile herrschenden US Kapitalisten übelster Ausprägung opportun.
    Das schreibt jemand, der die Aussagen von Sarrazin und Eva Hermann für das einzige hält, das auf gesundem Menschenverstand beruht…

  2. ConnyWirtz

    Der Staat soll die Kinder besser erziehen können als die Eltern ?????
    Es soll besser sein, wenn sich 2 Erzieherinnen um 20 oder mehr Kinder kümmern, als wenn sich 1 bis 2 Eltern um 1 Kind kümmern ?
    Welcher Faktor ist für das Kind der günstigere ?
    Da wir gerade beim Rechnen sind: Ein Krippenplatz kostet den Steuerzahler ca. 1.500 Euro im Monat, das ist nicht zu viel. Aber 100 oder 150 Euro für die Eltern, das ist zu viel. Ich habe mir viel Mühe gegeben, es zu verstehen, aber ich verstehe es trotzdem nicht

  3. Da Marcus

    Auf lange Sicht sind Krippen nicht für die Kinder und Ihre Eltern besser.
    Auf lange Sicht sind Krippen für den Staat besser.
    Von Anfang sind ’seine‘ Untertanen unter Kontrolle und die staatliche ‚Sicht der Dinge‘ kann vermittelt werden („ohne es vergleichen zu wollen“, aber das war der Grund weshalb im Nazireich und in der DDR die Kinder möglichst früh unter staatliche Aufsicht gestellt wurden).
    ‚Einheitliche‘ Bürger sind nicht gewährleistet, wenn der Staat Eltern in ‚Ihrer‘ Erziehung unterstützt. Das Ergebnis ist dann zwangsläufig vielfältiger.

    Wenn der Grund für die Förderung der Kinderkrippen aber tatsächlich sein sollte, dass es für die Eltern in unserem System keine andere Möglichkeit mehr gibt, als die Kinder in fremde Hände zu geben, dann sollte man irgendwann dazu übergehen und ‚das System‘ selbst in Frage stellen …

  4. Diana

    Kleine Kinder brauchen ihre Eltern! Das können weder Politiker noch psycologen oder sonstige Schlaumeier leugnen. Aber heut zutage hat man kaum eine Wahl.
    Wenn man den Kindern eine Zukunft bieten möchte und und einen gewissen stanart (Urlaub, PC Handy, Schulausflüge), reicht es leider nicht wenn nur einer die Brötchen verdient!
    Mir blutet jeden Tag das Herz wenn ich mein Mäuschen in den Kindergarten( Katholisch, da kein andere da ist) bringe. Aber mir bleibt keine Wahl, da das Erziehungsgeld nur bis 2 Jahre gezahlt wird und mein mann keine 5.000€ verdient.
    Denkt ihr denn die Mütter bringen ihr Kinder gerne in die Krippe? Mit Sicherheit nicht!
    Aber um euch zu beruhigen, meiner Tochter gefällt es und sie geht gerne hin

  5. Uli

    Die Situation wird nicht besser, wenn man die „Pro-Kinderkrippen-Propaganda“ mit der „Anti-Kinderkrippen / Kinder brauchen Ihre Eltern-Propaganda“ kontert und/oder ersetzt.

    Natürlich brauchen Kinder keine Kinderkrippen. Wofür auch? – Eltern brauchen Kinderkrippen – Eltern, die arbeiten müssen oder arbeiten wollen.

    Die Bezugspersonen in der Familie bleiben dem Kind übrigens erhalten, wenn es in die Krippe geht und erzogen werden die Kinder primär in der Familie und nicht in der Krippe, auch wenn diese durchaus ihren Beitrag zur Erziehung leistet. (Und wenn’s daheim nicht stimmt, kriegt das auch die Krippe nicht wieder hin – andersrum wird eher ein Schuh draus.) Dass wechselnde Bezugspersonen weder daheim noch in der Krippe gut für Kinder sind, liegt auf der Hand.

    Es ist nicht einzusehen, dass der Staat alle Familien finanziell stärker unterstützt, die sich ganz bewusst für die eigene Erziehung ihrer Kinder bis zum 3. Lebensjahr entscheiden. Warum auch? – Die Familien, die sich bewusst dafür entscheiden, tun dies ja jetzt schon.

    Der Staat sollte einfach nur das tun, wofür er da ist: Seine Bürger und Bürgerinnen unterstützen, d. h. dafür zu sorgen, dass genügend Krippenplätze da sind und dass diese für die Eltern bezahlbar sind. Darüber hinaus soll er Eltern unterstützen, die Ihr Kind bis zum Kindergarten zu Hause lassen möchten und denen dies finanziell nicht möglich ist. Die Entscheidung „Krippe ja oder nein“ gehört in die Hände der Eltern und nicht in die irgendwelcher Polemiker.

    Dann haben wir genau das was wir brauchen: Glückliche, ungeschädigte Kinder, glückliche Eltern und eine Staatskasse, die nicht bis zum äußersten strapaziert ist, sondern nur soweit wie nötig.

    Und es tut mir leid, aber der Rest ist einfach Gequake: Ich halte es für ein Gerücht, dass Kinder in der Kinderkrippe (Alter 1-3 Jahre) politisch indoktriniert werden oder dass dies der erste Schritt dazu ist. Ob ein Kind in die Krippe geht oder nicht, hat nichts damit zu tun, ob es später in die gebundene oder offene Ganztagsschule, Hausaufgabenbetreuung, etc… geht. Abgesehen davon, dass die Träger dieser Einrichtungen völlig unterschiedlich sind: Staat, Gemeinde / Stadt, Diakonie, AWO etc…So gesehen hängt die Art der Indoktrination vom Zufall ab, wer der Träger ist. Genauso halte ich es für ein Gerücht, dass Krippen Kinder besser fördern können als Eltern und dass alle Kinder dort besser aufgehoben sind.

    Ich persönlich bin mir ziemlich sicher, dass es den Kinder am besten geht, wenn es den Eltern möglich ist, die Entscheidung selbst zu treffen und wenn die ganze Familie ihr Leben so leben kann, wie sie es selbst gewählt hat.

    Ich weiß übrigens wovon ich rede: Ich bin 42 Jahre alt und habe 2 Kinder im Alter von 6 und 10 zu deren Erziehung unsere örtliche Kinder-Krippe (ohne Schicht- und Betreuungswechsel) einen wertvollen Beitrag geleistet hat. Mein Mann und ich haben die Entscheidung, weiterzuarbeiten und die Kinder in die Krippe zu geben, nie bereut. Und an unserem Ort gibt es unzählige Beispiele dafür, dass es hervorragend funktioniert, wenn die Kinder bis zum Kindergarten zu Hause sind.