Umfrage: Betthupferl in wechselnden bayerischen Mundarten
Seit kurzem werden die Gute-Nacht-Geschichten „Betthupferl“ in Bayern 1 sonntags in wechselnden bayerischen Mundarten gesprochen.
Befürworter dieser Maßnahme freuen sich, dass damit im BR zumindest ein bisschen mehr bayerisch gesprochen wird – auch, wenn es nur in Programm-Nischen ist. Immerhin kommen Kinder auf diese Weise auch in den Medien mit der Mundart in Berührung.
Andere, am prominentesten der Vorsitzende des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte Niederbayern-Oberpfalz, Sepp Obermeier, sehen die Sache in einem Interview mit dem Straubinger Tagblatt kritischer. Er hatte gefordert, „täglich aus sechs Regionalstudios in sechs verschiedenen Mundarten das Betthupferl zu senden.“ Mit der jetzigen Lösung habe man lediglich ein „Seppl-Reservat“ geschaffen, während an anderer Stelle bayerische Sprachfärbung immer mehr zugunsten eines „norddeutschen Einheitsbreis“ verschwinden würde.
Wie sehen Sie das Mundart-geprägte Sonntags-Betthupferl?
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Am 28. November 2011 um 16:20 Uhr
Hört sich doch erstmal ganz nett an, aber bei näherer Betrachtung … :O)
Alle paar Wochen können bayrische Kinder in Deutschland 1 … äh … Bayern 1 also mal Ihrer Muttersprache hören.
Die Wertschätzung für die verschiedenen Kulturen und Dialekte vom Allgäu bis nach Franken könnte also nicht größer sein beim BR.
Aber es scheint, als ob das dem Großteil der Bevölkerung egal ist.
Der große Unterschied zwischen Schotten, Basken, Katalanen etc. und uns BaYern (mit Y)?
Wenn Du z.B. einen Schotten fragst, ob er sich als Schotte, Brite oder als beides fühlt dann sagen die meisten … als Schotte.
Ein eindeutiges Bekenntnis ‚Bayer‘ (Fra All Bai) gibt es doch fast nicht mehr bei uns (auch bei uns Baiern nicht …).
Wenn das stärker verbreitet wäre, dann wären auch unsere Sprachen stärker verbreitet.
Wen wundert da noch was …. ins Reich genötigt, in die Bundesrepublik gezwungen … das Ergebnis haben wir jetzt … ‚wir Bayern‘ sind ‚wir Deutsche‘ und sprechen Brei … Einheitsbrei …
Am 28. November 2011 um 16:23 Uhr
Ich sehe das sehr negativ. Letzten Sonntag wurde das Betthupferl in schwäbisch ausgestrahlt – bayernweit. Nicht, dass ich jetzt was gegen schwäbisch hätte, aber ich finde, dass die jeweilige Mundart von den Regionalstudios in der „richtigen“ Region gesendet werden sollten. Das Betthupferl in Mittelbairisch interessiert die Franken genauso wenig wie das schwäbische in der Oberpfalz.
Am 28. November 2011 um 17:17 Uhr
Daß im Radio oder Fernseh boarisch, schwäbisch oder fränkisch gredt werd, hoit i fir unbandig wichtig. Oi drei Dialekt oder Sprachn kenna ja abwechslnd bracht wern, Hauptsach, de Kinder kriagns mit. I gang sogar soweit, daß de jeweilig Sprach oder Dialekt in der Schui g leart wern soit. I sejm hob deszweng scho s Lesbuach fir de erschd Klaß Grundschui ins Boarisch ibersezzt. servus bis boid Sappel Albrecht ali.S37@gmx.de
Am 28. November 2011 um 23:58 Uhr
Iech bin a stolzer Frangge un´ iech find´ des a sau guade Idee!!!
Bringt´s die annern Radiosender noch dazu fränggisch zu sendn. Meefränggisch in Schwei´fert, und Grabfeldisch in meiner Region, dann baßts.
Am 29. November 2011 um 12:42 Uhr
Wenn Ihr keine anderen Probleme habt, dann ist ja alles gut. Am besten finde ich ja, dass die Politik sowieso keinen Einfluss auf das Programm hat.
Am 29. November 2011 um 13:41 Uhr
Grundsätzlich ist das wohl eine sehr gute und willkommene Sache, das Betthupferl in den verschiedenen Regional-Dialekten BAYERNWEIT zu senden. Die Bayern sind eben nicht nur die Oberbayern, sondern Schwaben, Franken, Oberpfälzer usw.. Wir sollten hier nicht in einen Regional-Faschismus verfallen meine Damen und Herren, Obacht!!!
Der BR gibt sich hier doch ersichtlich mühe die bayerischen Sprachen zu fördern, dies könnte man doch einfach mal positiv sehen und versuchen vernünftig darauf aufzubauen, anstatt gleich wieder vorschnell die „Kultur-Pistole“ zu ziehen. Selbstverständlich wären z.B. mehr Volksmusiksendungen oder mehr mundartliche Sendungen wünschenswert. Schließe mit ein paar Zeilen aus einem „Lied“ das man vielleicht kennt:
„Dass vom Alpenland zum Maine
Jeder Stamm sich fest vertrau
Und die Herzen freudig eine
unser Banner, weiß und blau!“
Beste Grüße
Alexander Hilger
Am 29. November 2011 um 23:07 Uhr
@BAYERN
Nun … es gibt natürlich Menschen (DU?), denen ist der Verlust von Kultur egal.
@Alexander Hilger
„…Der BR gibt sich hier doch ersichtlich mühe die bayerischen Sprachen zu fördern…“?
äh … ob da nicht sogar der BR lachen muss?
Alle paar Wochen kann ein Kind also mal in seiner Sprache das Betthupferl hören.
Bis muss/darf das Kind in Franken dann das Betthupferl in bairisch, schwäbisch … erleben.
Auch nicht schlecht.
Das ist Förderung?
Jaaa … da wird der Dialekt in einer Region wahrlich gefördert.
Das Kind erfährt sicher eine tiefe Bindung zum eigenen Dialekt.
Wenn der BR (z.B.) mal in politischen Sendungen auch Dialektsprecher einlädt, wenn ich merke, dass in allen möglichen Bereichen/Sendungen im BR im Dialekt (egal welcher der in Bayern gesprochenen!) geredet werden darf … dann … ja dann … sage ich evtl. der BR gibt sich Mühe zum Erhalt unserer heimischen Kulturen beizutragen …
… solange aber das meiste im BR Neunorddeutsch ist, der BR weiter meint, dass man bei uns ‚kuckt‘, das Essen ‚lecker‘ schmeckt, der ‚Weihnachtsmann‘ neben dem ‚Weihnachtsbaum‘ steht,
solange sage ich, dass man bei uns ’schaut‘, dass das Essen ‚gut‘ schmeckt, und dass an hl. Abend das ‚Christkind‘ die Geschenke unter den ‚Christbaum‘ legt …
solange sage ich … ‚es läuft was schief im Staate Dänemark … äh Bayern‘ …
Scheene Adventszeit beinand
Da Marcus
Am 30. November 2011 um 14:03 Uhr
Ned bloß daß inser Gejd aus inserm Land rausziagn – Naa, boarische Sproch und Kuitur miaßn s àà no hi macha – de reinst Besazzungsmacht – Preiß go home! Tead s Unterschriftn sammln! Pfüat enk Sappel Albrecht
Am 30. November 2011 um 18:43 Uhr
Mundarten ….. Dialekte …….. es gibt keine einheitliche bayerische Sprache, besser gesagt keine gemeinsame bayerische Mundart bzw. Dialekt.
Betrachten wir nur mal Niederbayern.
Vom bayerischen Wald, z.B. der Region Regen wenn ein Einheimischer von dort in der Bezirkshauptstadt Landshut in seinem Dialekt redet, versteht ihn in Landshut niemand, zumindest die Wenigsten.
Beide Regionen sind Niederbayern und nicht umsonst spricht man vom so genannten „Woaldladialekt“.
Wie eventuelle Unterschiede zwischen den 3 Franken, Unter-, Mittel- und Oberfranken sich ergeben, sind mir nicht bewusst.
Aber wenn ein Franke einen Allgäuer oder umgekehrt in jeweils dessen Dialekt einwandfrei versteht, dann freß ich einen Besen.
Beim Turmbau zu Babel verwirrte damals Gott aus Verärgerung über den Größenwahn und die Überheblichkeit der Menschen die gemeinsame Sprache der Völker und er erschuf die Dialekte.
Alle Völker waren glücklich und zufrieden mit ihrem Dialekt.
Der Berliner z.B. sagte: „Icke habe nen tollen Dialekt, wa?“,
der Hanseate sagte: „Meen Dialekt ist dufte!“,
der Preusse hörte vor lauter Freude mit seinem völlig unverständlichen Zeug
gar nicht mehr das Reden auf,
der Kölner sagte: „Ich bin jeck, mit menem Dialekt feiert man Karneval!“
dem Sachsen hat es vor lauter Freude die Sprache, seinen Dialekt, verschlagen
und er hatte ihn für lange Zeit vergessen.
Nur für den Bayer war kein Dialekt mehr übrig und da wurde der Bayer sehr traurig.
Irgendwann erbarmte sich dann Gott seiner und er sagte zu dem traurigen Bayer:
“ Ja mei Bua, dann red hoid ah so wia ih!“
Am 1. Dezember 2011 um 19:56 Uhr
@Marcus: Ich habe auch gesagt HIER gibt sich der BR mühe, also DA im Sendeteil „Betthupferl“!
P.S: Vielleicht gibt es auch andersstämmige Mitglieder unserer Gesellschaft (z.B. könnten beide Eltern Preussen sein, etc.;)), die eben auch beim BR arbeiten. Besser Sie reden so wie sie sich wohl fühlen, als wenn I dann so ein absichtlich erzwungenes „Preissen-boarisch“ ausm Radio höre!
Beste Griaß
Am 2. Dezember 2011 um 15:57 Uhr
@Alexander Hilger
Na ja, das mit dem Mühe geben sehe ich halt anders.
Man sollte sich doch eher die Frage stellen, wieso (z.B.) das Morgenprogramm des BR nicht generell in unserer Sprache (und damit meine ich sicher nicht das im BR so geliebte nordisch geprägte Hochdeutsch) erfolgt.
Wieso ist das (man muss es immer wieder erwähnen … nordisch geprägte) Hochdeutsch scheinbar im BR und in – fast – allen anderen Medien in Bayern unabdingbare Grundvoraussetzung und unsere eigentlichen Sprachen nur noch eine hier und da evtl. akzeptierte Randnotiz?
Bayern 3 am Morgen … 2 Hochdeutsche und 1 Quotenbaier (und der bairische ‚Fleischi‘, darf dann auch immer noch gleich das bairische Depperle spielen … ist das nicht lustig? … ist das nich süß? hach … und die beiden Hochdeutschen bremsen ihn dann ein … gelebte deutsche Klischees?).
Warum ist die Quote nicht andersrum?
Wieso bremsen nicht 2 Franken das deutsche Depperle ein?
Wieso nutzt der BR nicht die technischen Möglichkeiten und macht separate Programme für die allemannischen, fränkischen und bairischen Teile in Bayern?
Wieso setzt der BR nicht 1 Baiern, 1 Allemannen und 1 Franken ins Studio … und keiner davon ist das Depperle?
Warum müssen wir Nachrichten von Menschen präsentiert bekommen, bei denen ich noch nicht mal mehr erahne, dass sie aus Bayern kommen?
Und … und … und …
Mühe? … na ja.
Am 3. Dezember 2011 um 11:37 Uhr
De soitn si a Beispui an da Schweiz neema: da san oi Wortsendunga, außer vialeicht Nachrichtn zumindest in da Deitschschweiz af Schwyzerdütsch. De Deitschn (in da Schweiz de „Schwabn“) miassn s àà verstee; da werd af de koa Riggsicht gnumma. Oimeelich soit ma draufhiarwatn, daß mir fir de ibrign Deitschn Ausland san. De Deitschn, de wo in Bayern san, miassn si hoit opassn. Pfüat enk! Sappel Albrecht