Zum heutigen Tag der Muttersprache erinnert die Bayernpartei wieder an den Erhalt der bayerischen Sprachen. Die Parteizeitung “Freies Bayern” sprach mit Hubert Dorn, Generalsekretär der Bayernpartei und Mitglied des Kulturausschusses im oberbayerischen Bezirkstag.

Herr Dorn, laut UNESCO ist Bairisch eine bedrohte Sprache. Ihr Kommentar dazu?

Das ist natürlich eine große Überraschung…

Aber im Ernst: Die Bayernpartei beklagt diese Tendenz natürlich schon seit Jahren. Positiv ist jedenfalls, dass die Vereinten Nationen das Bairische wenigstens als Sprache anerkennen. Soweit ist die Bundesregierung leider noch nicht.

Mit welcher Strategie kann man unsere Sprache denn retten?

Wir können den Leuten natürlich nicht vorschreiben, wie sie zu reden haben. Aber ich bin mir sicher, dass alle Eltern ihre Sprache auch an ihre Kinder weitergeben wollen. Das ist der Schlüssel zum Erhalt des Bairischen und das müssen wir unterstützen.

An welche konkreten Schritte denken Sie?

Das geht schon damit los, dass der Dialekt in den Schulen zumindest akzeptiert werden muss. In den vergangenen Jahren war eher das Gegenteil der Fall, da gab es viele Lehrer, die ihren Schülern das Bairische austreiben wollten.

Aber auch in den Lehrplänen muss unsere Sprache verstärkt vorkommen. Warum sollte man im Deutsch-Unterricht nicht auch einmal ein Mundart-Werk lesen?

Mein Kollege Richard Progl hat im Münchner Stadtrat beispielsweise bairischsprachige Kindergartengruppen gefordert, in denen der Dialekt besonders gefördert wird und in denen die wenigen Bairischsprecher dann nicht automatisch in der Minderheit sind.

Also geht der Ansatz hauptsächlich in Richtung Bildung und Erziehung?

Nachdem die Sprachbildung anerkanntermaßen in der Kindheit stattfindet, müssen wir natürlich da ansetzen. Es geht aber auch um die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz.

Es muss in Altbayern wieder als normal empfunden werden, Bairisch zu reden. Fränkisch und Schwäbisch darf es in den jeweiligen Verbreitungsgebieten nicht anders gehen.

Aber auch die Erwartungshaltung gegenüber denen, die diese Sprache nicht sprechen, muss eine andere werden. Mittlerweile sind sich alle Parteien einig, dass Immigranten die deutsche Sprache lernen müssen. Wir gehen noch weiter: Das Bairische sollten sie zumindest verstehen können – das gilt übrigens auch für innerdeutsche Migranten.

Interessanterweise funktioniert es in Österreich und in der Schweiz sogar, dass Einwanderer aus der halben Welt größtenteils die dortige Mundart sprechen.

Warum funktioniert das hierzulande nicht?

Wir haben wohl zu wenig Selbstbewusstsein. Hier herrscht eher das Gefühl, Bayern sei so eine Art Verwaltungseinheit Deutschlands. Auch Österreich und die Schweiz sind in ihren Ursprüngen nicht weniger “deutsch” als Bayern. Aber sie haben einen entscheidenden Vorteil, der sich auch in der Pflege der heimischen Kultur niederschlägt: Die Eigenstaatlichkeit.

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3 Responses so far.

  1. Sappel Albrecht sagt:

    Sauguat, daß des Thema amoi ogsprocha werd! Net bloß im Kindergartn soit Boarisch virkemma – aa in der Grundschui! I hob scho ogfangt, s Lesebuach vo der erschtn Klaß ins Boarische zum Ibersetzn – aa Max und Moritz, Struwlbäder, Fipps der Aff, Grüffelo, Kindergsangln -Versln hob i ins Boarische ibersetzt. Wer wui weiderdoa? Wei bei de Kinder miassat ma ofanga. Aa a Mitgliidschaft im FBSD (Förderverein boarische Sproch und Dialekt) daad nix schadn. Kost grad amoi 20 € im Joar. Vialeicht kemmen a poar neiche Mitgliider fir d Bayernpartei dazua! Iberlegts enk des amoi! Mei E-Mail: ali.S37@gmx.de – i gfrei mi af Reaktiona – pfiat enk! Sappel

  2. Sebastian sagt:

    Ich meine das der bairische Dialekt nicht wirklich gefährdet ist.
    Ist er doch einer der beliebtesten Dialekte Deutschlands, wenn ich nicht irre und wird doch auch von jüngeren wieder zunehmend gesprochen.

    Welche Dialekt dagegen wirklich bedroht sind, ist mit Sicherheit der Augsburger Dialekt und das alemannische bzw. allg. der Allgäuer Dialekt.
    Und daran ist der beliebte bairische Dialekt nicht ganz unschuldig.
    Grüße

  3. Sappel Albrecht sagt:

    @Sebastian: Boarisch is koa Dialekt sondern a eignstendige Sproch! (lt. UNESCO)