Zur aktuellen Debatte um Horst Seehofers Aschermittwochsrede erklärt der Parteivorsitzende der Bayernpartei, Florian Weber:

“Wenn Horst Seehofer beim Politischen Aschermittwoch ankündigt, die deutschen Sozialsysteme ‘bis zur letzten Patrone’ zu verteidigen, dann mag man das als den üblichen markigen Spruch bei einer Veranstaltung abtun, die traditionell eher die klaren Worte als die politischen Nuancen schätzt. Ernstgemeint wird er das wohl kaum haben.

Die Ankündigung einer Verfassungsänderung, die die deutsche Sprache und deutsche Sprachkenntnisse für Zuwanderer in der Bayerischen Verfassung verankern soll, fällt dagegen aus dem Rahmen einer Aschermittwochkundgebung deutlich heraus. Wer soetwas weitreichendes und konkretes fordert, der meint das auch so, wie er es sagt.

Aus Sicht der Bayernpartei ist es schon interessant, dass die CSU als Sprache scheinbar nur das Deutsche ansieht. Von den bairischen, fränkischen und schwäbischen Mundarten ist dagegen gar nicht erst die Rede.

Dies zeigt, dass die CSU weiter einem Klischee von Zuwanderung erlegen ist, das als Ausländer hauptsächlich Personen mit orientalischer Abstammung und fremdartiger Religion umfasst. Von diesen als ersten Schritt zu verlangen, dass sie wenigstens der deutschen Sprache mächtig sind, dürfte mittlerweile unumstritten sein. Das bloße Abstellen auf die Sprache ist bequem, da Sprachkenntnisse leicht abzuprüfen sind.

Integration ist aber mehr. Integration bedeutet auch, sich an die angestammte Gesellschaft anzupassen, Brauch und Kultur zu respektieren und sich in die Gemeinschaft einzubringen. All das muss man ohne Abstriche auch von innerdeutschen Migranten fordern. Wenn sich die CSU zumindest noch ein bisschen als bayerische Partei versteht, dann soll Herr Seehofer seine Rücksicht auf die Berliner Bühne einmal vergessen und das offen aussprechen.

Bayern ist kein Einwanderungsland. Aber es gab in der bayerischen Geschichte immer Zuwanderung. Wer sich in dem genannten Sinne integriert hat, hatte in aller Regel auch keine Probleme.

Aber Integration in dieser Form, die also über die (deutsche) Sprache weit hinausgeht, muss man von jedem fordern – egal, ob er aus Hanoi oder aus Hannover, aus Aachen oder aus Ankara, aus Peru oder Potsdam kommt.”

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4 Responses so far.

  1. wiesei sagt:

    liabe leser,

    das ist doch übelster populismus von einer partei die keineswegs mehr ein “kraftpaket” ist, sondern aus dem letzten loch pfeift.

    wenn man sich den generalsekretär anhört und anschaut weis man bereits dass die csu keine bayerische partei mehr ist.
    diese zeiten sind vorbei.

    uns so sind auch die forderungen dieser partei:
    deutsche sprache hier
    deutsche leitkultur da

    bayerisch ist bei der csu lediglich die gemeinde-, kreis-, und bezriksebene
    diese wird aber von der eigenen parteispitze verraten und für dumm verkauft.
    warum diese csu-kreise nicht schon lange scharenweise zur bayernpartei kommen ist mir ein rätsel.
    aber gottseidank tut sich ja da ein bisserl was.

    den menschen die zu uns kommen mit dieser haltung gegenüberzutreten wie die csu es vorschlägt is doch ein blädsinn.

    wenn man menschen mit hass und ablehnung begegnet, wie sollen sie sich jemals hier integrieren?

    unser problem sind doch nicht die menschen die hier ein neues leben beginnen wollen, es ist ein teil der nachkommen in 2. und 3. generation der einstmals hier eingewanderten.
    diese wachsen in den ghettos, wohin sie von den regierungen gesteckt wurden in einem klima der gewalt der starren patriarchischen und frauenunterdrückenden sturkturen auf.
    aber das ganze ist ein hausgemachtes problem.

    allerdings habe ich auch keine idee was mit diesen massen von kleinkriminellen geschehen soll, aber so geht dass nicht weiter.
    in manchen städten herrscht am abend ja eine regelrechte angst vor der gewalt und der kriminellen energie dieser subjekte.
    das muss aufhören.

    man sollte doch als etwas andere bayerische partei die zahlreichen positiven beispiele der einwanderung hervorheben.
    es ist doch der beste beweis dass unsere bayrische kultur strahlkraft hat und überzeugen kann wenn der “ali” genauso redet wie seine mitschüler, nämlich fränkisch schwäbisch boarisch etc.

    aber diese aufrechten leut müssen in diesem aufgeheiztem klima (mit den stichworten “integration”, “sarazzin”,”bringschuld”etc)
    mit einer immer stärkeren ausgrenzung zurechtkommen. weil sie anders heissen oder aussehen.
    soetwas ist doch traurig!

    aja und zum abschluss noch etwas kritik zu dem ansonsten guten artikel von herrn weber:
    die “fremdartige”,”orientalische” religion kommt daher wo auch die beiden anderen großen religionen herkommen.

    liabe leser, lass ma 5e grod sei und handeln ma anders in unserem land bayern.
    diese ganze integrations und islamdebatte führt doch nur zu schlechtem.
    die welt ist doch nur in zwei hälften teilbar:

    die normalen und de deppen.

    mit weiss-blauem gruß!

    wiesei

  2. Sappel Albrecht sagt:

    @Wiesei: Sauguad dei Kommentar! Bsunders der Satz: . . . .wann da Ali genauso redt wia seine Mitschüler, foigedessn mei Forderung: Boarisch, Fränkisch und Schwäbisch an d Schui, damit de Gschicht Hand und Fuaß kriagt! Af geets und pfiat enk! Sappel Albrecht

  3. Sappel Albrecht sagt:

    zum Thema Seehofer, was am 17. Juli 1908 Mari Filserin ihrem “liben Josäph, kenigl. Abgeorneder in Minken im Barlamend” unter anderem schreibt: . . . “braugen keinen Hanswurschden nichd dazu, wo plos daneben schtet und eine dume Fozzen schneit” (aus Ludwig Thoma, Jozef Filsers Briefwexel) wann wieder einmal Bayern zahlt, und Merkel, Westerwelle und Konsorten anschaffen (richtig zitiert? i hoaß do ned K.T. von und zu Guttenberg). Pfiat enk Sappel Albrecht

  4. Da Marcus sagt:

    @Herrn Weber … ganz schee gschriem … aber … in der CSU hat doch NIEMAND den Mut die Migration von Deutschland nach Bayern als solche anzusprechen. Die Zeiten, in denen man die CSU wahrhaftig als bayrische Partei bezeichnen hat können, die sind doch (sehr) lang vorbei. ‘Echte’ bayrische (also schwäbisch allemanische, fränkische und bairische) Belange sind der Partei schon lange wurscht.
    Aber der Söder hat – ich schätz 2 Jahre ists her – nachm :O) Nockherberg auf die Frage ober er sich nicht stärker in die bundesdeutsche Politik begeben will, geantwortet … ich bin kein Deutscher … ich bin Bayer fränkischer Herkunft … ob man Söder mog oda ned … des hoda guad gsogd.

    @wiesei … was de ganzn Leidln – de Bayern angeblich sooo gean hom … bei da CSU woin, des frog i mi a

    @Sappel Albrecht … an d’Schuin ghead as boarische, fränkische und schwäbische/allemanische … do hosd Du ganz rechd …