Die Bayernpartei kritisiert die Überbewertung des aktuellen Vorgehens gegen das Video-Streamingportal “kino.to” und der dabei eingesetzten Ermittlungsmethoden. Gerade im Internet gebe es noch immer zahlreiche betrügerische Angebote, die trotz Kenntnis der Behörden unbehelligt blieben, weil deren Opfer “nur” normale Bürger und nicht die Filmindustrie seien, so die Partei. Sie macht das am Angebot eines Abofallen-Anbieters, gegen den nicht vorgegangen wird, beispielhaft deutlich.

Nach der Schließung des Video-Streamingportals “kino.to” ist das Internet nun endlich sauber. Den (deutschen) Behörden ist ein überwältigender Schlag gegen die Online-Kriminalität gelungen, der dafür sorgt, dass unsere Kinder nun endlich die Weiten des Internets genießen dürfen, ohne an jeder Ecke von illegalen Kinofilmen belästigt zu werden. In die Galerie gefallener Schwerstverbrecher reiht sich nach Al Capone, Osama bin Laden und Lex Luthor nun auch kino.to ein. Das ungefähr dürfte der Tenor der Strafverfolgungsbehörden sein.

An anderer Stelle sind die Staatsanwaltschaften dagegen merkwürdig zurückhaltend. So operiert einer der größten Betreiber von Abofallen und anderen betrügerischen Angeboten seit langem nördlich von München – völlig offen, unter verschiedenen Firmenbezeichnungen, aber unter seinem tatsächlichen Namen. Die Masche ist immer die gleiche: Mitfahrzentralen, Wohngemeinschafts-Vermittlungen und andere Portale, die es im Internet zuhauf kostenlos gibt, werden gegen Entgelt angeboten.

Der Preis versteckt sich aber in einem langen Text (dunkelgrau auf hellgrau, Schriftgröße acht) und wird dort allenfalls beiläufig erwähnt. Zwischen Selbstverständlichkeiten (“nach dem Klick auf Absenden werden deine Daten übermittelt”, “bitte schau noch einmal, ob deine Angaben alle richtig sind”) findet sich der Hinweis “zwölfmonatigen Datenbankzugang zum Preis von monatlich acht Euro inkl. Mehrwertsteuer”. Die Rechnung erfolgt dann nach zwei Wochen – wenn die Widerrufsfrist abgelaufen ist. Anfechtungen des Vertrags werden nicht zur Kenntnis genommen, nach einiger Zeit kommt ein Brief eines Inkassounternehmens, später die Drohung mit der Schufa, irgendwann später angebliche Urteile verschiedenster Gerichte, die mit dem konkreten Fall nicht das geringste zu tun haben, sowie der falsche Hinweis, man müsse im Fall einer Klage stets die Kosten des Verfahrens tragen. Derart eingeschüchtert zahlen manche Kunden irgendwann. Geklagt wird durch den Betreiber indes fast nie – er weiß schließlich, dass er keine Chance hätte.

Doch was machen die Staatsanwaltschaften bei Anzeigen gegen den Betreiber? Die Verfahren werden stets eingestellt. Man wolle dem Zivilrechtsweg nicht vorgreifen. Die Betrugsabsicht sei ihm – auch nach vielen Jahren mit stets der gleichen Vorgehensweise – nicht nachzuweisen. Wenn er meine, er sei ihm Recht, dürfe er das auch durchsetzen. Dabei geht es hier nicht um Schwarzfahren. Hier liegt ein gewerbs- und bandenmäßiger Betrug vor, der als Verbrechen mit mindestens einem Jahr Gefängnis bestraft wird.

Aber dagegen vorzugehen, ist wohl einfach nicht öffentlichkeitswirksam genug. Es muss heute wohl immer “Ermittlungsarbeit 2.0″ sein. Einfach nur die Internetseite auszudrucken, den Betreiber zu vernehmen und Haftbefehl zu beantragen ist nicht ausreichend spektakulär. Unterhalb von Bundestrojanern und medienwirksamen Kontopfändungen geht es heute anscheinend nicht mehr.

Und außerdem sitzt dem Staat hier wohl keine Lobbygruppe wie die “Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen” (GVU) im Nacken, die beharrlich, nicht selten unter Vertretung zweifelhafter Rechtsauffassungen und mit enormem Mittelaufwand ihren Einfluss auf die Gesetzgebung immer wieder geltend gemacht hat.

Verbraucherschutz findet dagegen hauptsächlich statt, wenn es darum geht, ehrliche Online-Unternehmer wegen eines falschen Wortes in der Widerrufserklärung abzumahnen – aber das ist wieder ein anderes Thema.

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8 Responses so far.

  1. Anonymous sagt:

    Toll eine internetseite wurde geschlossen und schon ist das internet sauber
    so ein schwachsinn kann ja nur aus bayern kommen.
    Wie währe es mit weniger Bier und mal Hirn einschalten fals vorhanden

  2. BAYERNPARTEI sagt:

    Tja, manchmal sollte man die Beiträge auch tatsächlich bis zum Ende lesen und drüber nachdenken…

    Wer glaubt, dass wir den obigen Kommentar selbst geschrieben haben, um dumme Ressentiments gegen Bayern zu belegen, der täuscht sich.

  3. Mikeschle sagt:

    Anonymous biste ein wenig blind? oder biste ein freund der leute die dies veranlasst haben ich kann dem schreiben kino.to schließung nur beipflichten ….. leute die kohle haben können sogar die polizei und unsere regierung kaufen… siehe hier oder noch besser griechenland …oder die letzte krise… hmmm mal überlegen nicht wahr….!!!!

  4. futurrama sagt:

    Anonymos schon mal gehört ? :”Wer lesen kann, ist klar im Vorteil”

  5. Anonymous sagt:

    …also das ist ne dumme aussage! i-net sauber lol iher in bayern lebt doch hinter dem mond!

  6. Schepsei sagt:

    Jetzt nochmal ganz langsam für alle, die den Sinn dieses Artikels nicht verstehen:

    Denkt Euch bitte die Überschrift, genauer den zweiten Teil der Überschrift, also die Wörter zwischen dem Doppelpunkt und den drei Ausrufezeichen als Frage.

    Etwa so: Ist das Internet endlich sauber?

    Vielleicht wird so auch den etwas Schlichteren unter uns klar, wie dieser Beitrag gemeint ist.

  7. Also wenn man bei Google einfach mal die Suchbegriffe Namens Filme kostenlos ansehen eingibt, dann landet man auf kino.to Alternativen, habe ich herausgefunden. zB solche:

    cineon.ws
    goldesel.to
    online-moviez.com
    iload.to/de
    flash-moviez.ucoz.org
    g-stream.in
    serienjunkies.org
    dokujunkies.org

  8. Da Marcus sagt:

    @Anonymous
    Kannst Du lesen?
    Falls ja … kannst Du auch ganze Berichte lesen, hast Du das Stehvermögen?
    Falls ja … kannst Du sie auch verstehen?
    Sagen Dir Begriffe wie Ironie, Sarkasmus, Hohn und Spott etwas?
    Kannst Du Dir eigentlich vorstellen, Dich auch für gemachte Aussagen zu entschuldigen oder zumindest evtl. zuzugeben, dass Du ‘beim ersten Lesen’ die Aussage nicht ganz verstanden hast?
    ‘Falls’ Du hier mit ‘nein’ antwortest, kann ich nur fragen … sagt Dir das Wort ‘Dummerle’ etwas?.

    @Bayernpartei
    Sehr guter Artikel.
    Danke.
    Beim Großteil der Leser ist die gemachte Aussage wohl angekommen.

    Weiß-blaue Grüße
    Da Marcus
    Freiheit für Bayern