Bayernpartei für umfassenden Gesundheitsschutz auf der Wiesn
Auch unter dem neuen Ministerpräsidenten hat die CSU ihre Rolle als fürsorgliche und um das Wohl aller ihrer Untertanen besorgte Staatspartei wieder einmal wahrgenommen. Das strikte Rauchverbot für Gaststätten soll auch in den Zelten auf dem Oktoberfest gelten und somit die Gesundheit der Besucher schützen. Doch dieser lobenswerte Ansatz geht aus Sicht der Bayernpartei noch nicht weit genug; neben nikotingeschwängerter Luft gibt es noch zahlreiche weitere Gefahren, deren radikale Ausmerzung jedem anständigen Politiker ein vordringliches Anliegen sein muß:
Bild: pixelio.de, Alexander Hauk.
- Die körperbetonten Dirndl der Kellnerinnen lassen den Blutdruck der männlichen Gäste desöfteren in ungesunde Höhen schnellen.
- Die schweren Glas-Maßkrüge sind eine Zumutung für jedes Handgelenk; spätestens ab 2010 sollen nur noch solche aus Kunststoff erlaubt sein.
- Angesichts der zahlreichen durch Flöhe übertragbaren Krankheiten ist der Flohzirkus nicht mehr akzeptabel. Dieser Seuchenherd muß umgehend geschlossen werden.
- Achterbahnen dürfen ab sofort keine Loopings oder andere Überschläge mehr enthalten, die Höchstgeschwindigkeit wird auf 30 km/h gedrosselt. Letzteres ist durch strenge Radarkontrollen zu überwachen.
- Beim Toboggan ist zum Schutz der Würde der Hinauffahrenden eine undurchsichtige Seitenwand anzubringen.
- Das Ponyreiten gehört für viele kleinere Kinder einfach dazu, die Reittiere locken aber Insekten an und verpesten mit ihrem biologischen Feinstaub die Luft.
- Ein resches Hendl mag zwar noch so gut sein, aber als wahre Acrylamid-Bombe bleibt es jedem gesundheitsbewußten Wiesn-Besucher im Halse stecken.
- In Spiegelkabinetten sind die Glaswände durch aufgeklebte Vogelsilhouetten kenntlich zu machen, damit niemand mehr dagegenlaufen kann.
- Das Riesenrad bietet zwar eine herrliche Aussicht, aber mit fast 50 Metern auch eine Höhe, aus der ein Fall sehr unangenehm sein kann. Die Bayernpartei plädiert auf einen Maximaldurchmesser von 15 Metern und die Umbenennung von „Riesenrad“ in „Ziemlich-groß-Rad“.
- Und schließlich: Das Bier. Muß man mehr sagen? Alkoholfrei schmeckt doch fast genauso gut.